Özil-Rücktritt: „Das hat nichts mit Rassismus zu tun“

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Der Fußballer Mesut Özil ist zurückgetreten wegen der Rassismus-Debatte. Was halten die Biberacher davon? Wir haben uns umgehört.
Laura Hummler

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www.schwäbische.de/rücktritt-özil

Mesut Özil hat seinen Rücktritt aus der deutschen Fußball-Nationalmannschaft angekündigt. Dem vorangegangen war eine Rassismus-Debatte um sein Bild mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan. Diese ist von Seiten Özils auch der Grund für den Rücktritt. SZ-Praktikantin Laura Hummler hat sich auf dem Biberacher Marktplatz erkundigt, was die Leute davon halten.


Dominik Schuchardt
Dominik Schuchardt (Foto: Michelle Barbic)

„Ich fand das Bild mit Erdogan zwar nicht gerade gut, der Zeitpunkt war eben auch äußerst ungünstig, so kurz vor der Weltmeisterschaft“, findet Dominik Schuchardt. Auf der anderen Seite solle man als Millionen verdienender Fußballspieler solche negativen Kommentare jedoch auch abkönnen, meint er. Seine Leistung habe ja schließlich nichts mit Diskriminierung zu tun. Das Recht aufzuhören habe ja jeder, und ob Özil davon nun Gebrauch macht, oder nicht, sei seine eigene Entscheidung, findet der Mittelbiberacher. „Aber bei der WM hat er ja nun auch keine Höchstleistungen vollbracht.“


Christoph Kolb
Christoph Kolb (Foto: Michelle Barbic)

Christoph Kolb aus Metzingen findet, dass er entgegen vieler Meinungen eben schon gute Leistungen gebracht hat. Ulli Hoeneß’ Kritik an Özil beispielsweise könne er gar nicht nachvollziehen. Die Rassismus-Debatte hingegen schon: „Der deutsche Fußball steht doch für Integration. Özil und Gündogan waren immer super Beispiele dafür. Durch diesen Pressetermin mit Erdogan haben sie sich das jetzt kaputt gemacht“, meint er. Es wäre ja zu erwarten gewesen, dass er danach Kritik dafür ernten wird. „Genauso zu erwarten war meiner Meinung nach aber auch dieser Rücktritt jetzt.“ Dieser sei nur eine logische Konsequenz.

Dass die Rassismus-Debatte von den Medien aufgebauscht wird, findet Frank Arens. „Das hat doch rein gar nichts mit Rassismus zu tun. Sondern ausschließlich mit seiner Leistung“, sagt der Biberacher. Diese sei nämlich in den letzten Jahren einfach schlecht gewesen, seiner Meinung nach der eigentliche Grund für den Rücktritt. „Wenn sie mich fragen, hätte man ihn aufgrund seiner Leistung nicht einmal zur WM mitnehmen sollen.“


Ansgar Auer
Ansgar Auer (Foto: Michelle Barbic)

Die Nationalität spiele im Fußball eigentlich keine Rolle, findet Ansgar Auer. „Wenn die Leistung stimmt, sind doch alle zufrieden“, meint er. „Spieler wie Khedira und Boateng bringen auch super Leistungen und werden ohne Rassismus akzeptiert“, sagt der Laupertshauser. „Ja, Özil hätte früher Stellung zu seinem Bild mit Erdogan beziehen sollen, doch das spielt überhaupt keine Rolle“, findet er. Man könne höchstens von einer unglücklichen Situation sprechen. Rassismus sei seiner Meinung nach auch nicht der eigentliche Grund für den Rücktritt. „Da hat er sich über die letzten Jahre einfach selbst reingeritten mit seiner Leistung“, sagt Auer.

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