Weihbischof spricht über eine Kultur des Weniger

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 Weihbischof Matthäus Karrer hält in Berkheim einen Vortrag zum Thema „Weniger ist mehr“.
Weihbischof Matthäus Karrer hält in Berkheim einen Vortrag zum Thema „Weniger ist mehr“. (Foto: Gemeinde Berkheim)
Schwäbische Zeitung

Jährlich findet in Berkheim der Begegnungstag für Frauen aus Stadt und Land statt. In diesem Jahr stand der Tag unter dem Motto „Weniger ist mehr“. Hauptredner war Weihbischof Matthäus Karrer, der den Teilnehmerinnen und Teilnehmern Impulse für einen christlichen Lebensstil gab. Karrer zeigte auf, dass der christliche Glaube Ressourcen zur Verfügung stellt, die eine Kultur des Weniger ermöglichen. Das berichtet die Gemeinde Berkheim.

„Doch der siebte Tag ist Sabbat für den Herrn, deinen Gott, da sollst du kein Werk verrichten.“ So heißt es in der Bibel im Buch Exodus. Matthäus Karrer, Weihbischof der Diözese Rottenburg-Stuttgart, zeigte laut Bericht mit diesem und anderen Sätzen auf, dass der christliche Glauben viele Hinweise und Anleitungen gebe, die dem Motto „Weniger ist mehr“ entsprächen. Und man könne dennoch darauf vertrauen, „dass Gott uns immer genug gibt, dass es ausreicht, dass es nie zu wenig ist.“ Der Satz „Unser tägliches Brot gib uns heute“ im Vater Unser bringe das beispielsweise zum Ausdruck.

Karrer sah es als positiv an, dass sich die Frauen beim Begegnungstag mit diesem Thema beschäftigen. Denn die Wahrnehmung sei heute oft: „Es ist zu viel: zu viele Waren, zu viele Autos, zu viele Termine, zu viele Medien, zu viel Plastik, zu viel Kohlendioxid.“ Dazu komme, dass alles zu schnell gehe: „Das Lebenstempo beschleunigt sich. Einstellungen, Werte, Moden, Lebensstile, soziale Beziehungen, Gruppen, Milieus, Gewohnheiten verändern sich in immer kürzer werdenden Raten“, wird Karrer im Bericht zitiert. Das hohe Lebenstempo bewirke permanente Zeitknappheit: „Man möchte mehr in weniger Zeit tun und erleben“, sagte Karrer. Der Quantität stehe aber die Qualität gegenüber, und mit der Qualität das Weniger.

Das Wenige könne wertvoller sein, weil es nicht viel davon gibt. Das Wenige erhalte dann mehr Aufmerksamkeit und Achtsamkeit und könne so auch mehr Sinn geben. Natürlich beinhalte das Wenige auch den Verzicht, was mühsam sein kann: „Es ist anstrengender, den Bahnfahrplan zu studieren, als gleich ins Auto zu steigen“, sagte Karrer. Der Glauben könne aber unterstützen, um aus dem Weniger ein Mehr werden zu lassen: „Unsere christlichen Ressourcen können uns persönlich und unserer Gesellschaft helfen, den Kulturwandel zu vollziehen, den unsere Welt jetzt dringend braucht: Eine Spiritualität des Weniger, die die Verheißung des Mehr beinhaltet“, resümmierte der Weihbischof laut Bericht.

Humorvoll ging es im zweiten Teil des Begegnungstages weiter. Bernhard Bitterwolf nahm nachmittags die praktische Seite in Angriff und gab zehn schwäbische Tipps für die Gesundheit. Er brachte die Frauen in Bewegung, ließ sie aktiv am Programm teilhaben, machte Übungen, verschenkte Bücher an seine „Versuchspersonen“ und motivierte so auf humorvolle Art jede Einzelne.

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