Was Berkheimer der Nachwelt hinterlassen

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Julia Kuhn

Die Menschen in Berkheim blicken auf nunmehr 14 Jahre gemeinsame Arbeit an der neuen Ortsmitte zurück. Mit einem Gemeindefest und einer ökumenischen Segnung durch Pfarrerin Ulrike Ebisch und Pater Albert ist die neue Mitte am Sonntag feierlich eingeweiht worden. Große und kleine Besucher erfreuten sich am vielfältigen Programm. Einer der Höhepunkte war das Befüllen der Plomben im Gemeinde-Kunst-Projekt, an dem sich 47 Gruppen beteiligten.

Dass eine Gemeinde von Beteiligung lebt, haben die Berkheimer eindrucksvoll demonstriert. Bildhauerin Lioba Abrell, die sich für die künstlerische Umsetzung verantwortlich zeichnete, lobte das Engagement und die Bereitschaft der Gemeinde, die „Kunst am Bau“ umzusetzen und aktiv mitzugestalten: „Das Projekt wurde von 47 Vereinen ausgewählt und mit Leben gefüllt, es hat die Gemeinde sozusagen schon auf den neuen Coubronplatz geholt, bevor er überhaupt belebt war.“ So sind die 41 Plomben in der Mauer, die in Blindenschrift „Wir sind Berkheim“ bedeuten, von den Einwohnern individuell befüllt worden. Von Honig und Bienenkönigin, Hufeisen und Plastikfiguren bis Möbiusschleife und handgeschnitzten Holzmodellen sind viele kreative Beiträge in die Plomben für die nachfolgenden Generationen versiegelt worden.

An diesem Tag war aber noch mehr geboten. Der Auftritt der Dance Academy war der erste Höhepunkt auf dem neuen Coubronplatz. Zum Frühschoppen spielte der Musikverein Berkheim, für das leibliche Wohl sorgte die Feuerwehr. Fast durchgehend fanden Bürgerdialoge zu aktuellen Themen wie Elektromobilität, der Kampagne „Wir sind Berkheim“ und dem dazugehörigen Kunstprojekt statt.

Im Rückblick haben Bürgermeister Walther Puza, Monika Ludy-Wagner (Leiterin des Kommunal- und Prüfungsamts beim Landratsamt), Lothar Zettler (Lars-Consult), Elmar Wild und Jessika Schneider (beide Wild-Projektentwicklung) sowie Werner Rock (Vorstandsmitglied der Volksbank-Raiffeisenbank Laupheim-Illertal) mit den Bürgern über die vergangenen 14 Jahre gesprochen. Die Aufnahme in das Landessanierungsprogramm hat Berkheim eine enorme Aufwertung ermöglicht. Damals noch unter Bürgermeister Eugen Ruß, und später seinem Nachfolger Michael Sailer, wurde der Antrag erstellt und bewilligt. Insgesamt drei Millionen Euro an Fördergeldern und aus dem Ausgleichsstock standen der Gemeinde hierfür zur Verfügung. Rund 40 Prozent der Kosten übernahm die Kommune selbst.

Für E-Mobilität gerüstet

Seither haben sich die Berkheimer mit vielen Ideen und Taten eingebracht. Öffentliche Gebäude entstanden neu oder wurden energetisch saniert. Beispiele sind der Kindergarten „Bei der alten Eiche“, die Turn- und Festhalle und das neue Rathaus mit dem Coubronplatz. Zusätzlich wurden viele Straßen neu gestaltet und sind barrierefrei begeh- sowie befahrbar. Bei zwei einzelnen großen Projekten entstanden 34 neue Wohnungen und das Geschäftshaus. Und wenn in Zukunft das Thema „Elektromobilität“ verstärkt in den Fokus rückt, ist Berkheim gut gerüstet: eine Ladestation für elektrisch betriebene Fahrzeuge, sei es für E-Bikes oder E-Autos, ist eingerichtet.

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