Der Memminger Stadträte diskutierten über zwei mögliche Trassen einer Umfahrung für Steinheim. Beide biegen nördlich des neuen
Der Memminger Stadträte diskutierten über zwei mögliche Trassen einer Umfahrung für Steinheim. Beide biegen nördlich des neuen Amendinger Feuerwehrhauses von der Donaustraße ab und verlaufen westlich von Steinheim. Damit soll deutlich weniger Verkehr durch die dortige Ortsdurchfahrt fließen. (Foto: Anna Reinwand)
ds und David Specht

Etwa 13 000 Fahrzeuge rollen täglich durch den Memminger Ortsteil Steinheim. Durch neue Wohn- und Gewerbegebiete in der Gegend könnten es in Zukunft noch deutlich mehr Autos, Lastwagen und Motorräder werden. Der Memminger Stadtrat beschäftigte sich nun mit der Frage, wie dieser Verkehr am Ort vorbeigeführt werden kann.

Auf der Senatssitzung stellte Claudia Zimmermann vom Ingenieurbüro Brenner Bernard zwei Varianten einer Umgehungsstraße für Steinheim vor. Beide biegen nach der neuen Amendinger Feuerwache von der Donaustraße ab und führen westlich an Steinheim vorbei. Variante I mündet an der Kreuzung vor Heimertingen auf die Europastraße, Variante II bereits etwas früher am Egelseeer Kreisverkehr.

Bürger werden einbezogen

Über beide Varianten will die Verwaltung im September mit den Steinheimer Bürgern sprechen. Im Herbst wird der Stadtrat einen Grundsatzbeschluss fassen. In der aktuellen Sitzung ging es zunächst einmal darum, ein Stimmungsbild der Stadtratsmitglieder einzuholen. Dies hielt die Männer und Frauen jedoch nicht davon ab, ausführlich über das Für und Wider dieser Straße zu diskutieren. Die Verwaltung favorisiert Variante II, da diese kürzer, damit billiger ist und weniger Fläche verbraucht.

„Dass etwas passieren muss, ist unstrittig“, sagte Gerhard Neukamm (CSU). Der Steinheimer Stadtteilreferent sprach sich dafür aus, die derzeitige Ortsdurchfahrt „durch Ecken und Kanten“ unattraktiver zu machen und gleichzeitig die Europastraße um zwei Spuren zu verbreitern. „Dann könnte man vielleicht auf die zusätzliche Umgehung verzichten“, glaubt er. Laut Ingenieurbüro ist das Verkehrsaufkommen auf der Europastraße jedoch ohnehin hoch. Die Straße könnte daher ebenfalls durch die Umgehung entlastet werden. Eine Umfahrung brauche in jedem Fall eine direkte Anbindung an die A 7, betonte Neukamm.

Gottfried Voigt (FW) brachte eine alternative Trasse östlich von Steinheim entlang der Bahnlinien ins Spiel. Weißfloch erklärte, dass dort mit dem Tal der Memminger Ach ein Naherholungsgebiet liege und die Planer diese Trasse daher nicht geprüft hätten. Grundsätzlich für eine Umfahrung war Matthias Ressler (SPD). „Wir brauchen in Steinheim ein gesellschaftliches Zentrum. Wir wollen ja die Ortsteile stärken und keine Schlafstädte. Da ist eine Umgehung unerlässlich.“

Über eine Umfahrung für Steinheim diskutieren die Stadträte bereits seit Jahren. Bisher galt: Eine solche Straße mache nur in Verbindung mit einer Westumfahrung der Nachbargemeinde Heimertingen richtig Sinn. Diese Westumfahrung taucht in der aktuellen Fortschreibung des Regionalplans Donau-Iller jedoch nicht mehr auf, weswegen die Verwaltung nun eine zeitnahe Lösung für Steinheim erreichen will.

Laut Verkehrsprognose des Ingenieurbüros senkt Variante I die Anzahl der Autos, die im Jahr 2030 pro Tag durch Steinheim fahren werden, um etwa 7900, Variante II um etwa 7600. Auf der Europastraße fahren demnach 5200 Fahrzeuge (I) beziehungsweise 4100 Fahrzeuge (II) weniger. Mehr Verkehr lenkt eine Umgehung jedoch auf die Donaustraße: 3000 (I) beziehungsweise 900 (II).

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