Stau auf der A7: Seitenstreifen werden nicht freigegeben

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 Auf der A7 zwischen Memmingen und Illertissen kommt es gerade am Wochenende immer wieder zu Staus. Eine schnelle Lösung ist nic
Auf der A7 zwischen Memmingen und Illertissen kommt es gerade am Wochenende immer wieder zu Staus. Eine schnelle Lösung ist nicht in Sicht. (Foto: Tobias Rehm)
Thomas Schwarz

Bei viel Verkehr auf Autobahnen kann die Freigabe der Seitenstreifen für ein besseres Vorankommen und weniger Unfälle sorgen – diese Idee gibt es auch für die A 7 zwischen Berkheim und Illertissen auf 20 Kilometer Länge. Doch der Plan ist jetzt vom Tisch, teilt der heimische Bundestagsabgeordnete Stephan Stracke (CSU) mit. Der Grund: zu teuer.

Die Autobahndirektion Südbayern mit Sitz in Kempten hatte sich mit dem Thema befasst. Sie zählte auf dem Abschnitt Illertissen-Berkheim durchschnittlich zwischen 50 000 und 60 000 Fahrzeuge pro Tag. Dabei lag die Belastung wochentags deutlich niedriger als zum Beispiel an Reiseverkehrstagen an Wochenenden.

Bau der Anlage zu unwirtschaftlich

„An lediglich rund 150 Stunden des Gesamtjahrs in Fahrtrichtung Füssen und 260 Stunden des Gesamtjahres in Fahrtrichtung Ulm gibt es eine höhere Belastung, die teilweise zu Überlastungserscheinungen wie stockendem Verkehr und Stau führt“, bilanziert die Behörde. Dafür sei der Bau einer Anlage zur sogenannten „temporären Seitenstreifenfreigabe“ unwirtschaftlich.

Die Kemptener Experten beziffern sie für beide Fahrtrichtungen mit insgesamt rund 120 Millionen Euro. Dass der Nutzen im Verhältnis zu den Kosten zu gering ist, räumt auch Stracke nach einem Gespräch im Bayerischen Verkehrsministerium ein: „Das ist unbefriedigend, aber nachvollziehbar.“

Sechsspuriger Ausbau kommt

Immerhin: Der geplante sechsspurige Ausbau kommt voran. Nun soll er auf rund acht Kilometer Länge ab dem Memminger Kreuz erfolgen – und damit über die Anschlussstelle Berkheim hinaus. „Damit werden die Stauereignisse nach Norden verschoben sowie Schleichverkehre zwischen Memmingen und Berkheim auf der Autobahn reduziert“, heißt es dazu von der Autobahndirektion.

Bis dieser Abschnitt allerdings wirklich sechsspurig ist, dauert es noch etwas. Ende 2020 soll dem Bund der Vorentwurf vorliegen, Ende 2022 könnte es ins Planfeststellungsverfahren gehen und nach der europaweiten Ausschreibung 2025 ans Bauen.

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