Musikverein entführt Zuhörer auf einen Regenbogen

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 Dirigent Stefan Jägg (hintere Reihe, v. l.) und Vorsitzender Jürgen Göppel mit den Geehrten Josef Jägg, Elmar Wild, Hubert Göpp
Dirigent Stefan Jägg (hintere Reihe, v. l.) und Vorsitzender Jürgen Göppel mit den Geehrten Josef Jägg, Elmar Wild, Hubert Göppel, Carina Wild, Martina Herold, Benedikt Ziesel, Christian Wild (vordere Reihe, v. l.), Peter Morgenröther, Harald Boser und Sonja Sadlowski. (Foto: MV Berkheim)
Schwäbische Zeitung

Der Musikverein Berkheim hat bei seinem Frühjahrskonzert in der Festhalle überzeugt. Thematisch befassten sich die Musiker unter anderem mit der Göttin des Feuers, Einhörern und Vampiren. Außerdem gab es Ehrungen für jahrzehntelange Mitgliedschaften.

Neben dem Musikverein unter Leitung von Stefan Jägg war an diesem Abend auch die Jugendkapelle Illertal-Rottal unter der Leitung von Petra Springer dabei. Die Jungmusiker eröffneten den Konzertabend mit dem Stück „Faber Suite“ von Michele Grassani, gefolgt von „Aqua“ von Marco Somadossi. Beide Stücke hatten die Nachwuchsmusiker beim Wettbewerb in Riva am Gardasee gespielt. Mit großem Applaus wurden sie von der Bühne verabschiedet.

Im ersten Teil des Konzerts startete der Musikverein mit einer Ouvertüre. Aus Otto M. Schwarz’ Feder stammt das Stück „Imperial Overture“, da die Reise eines Touristen mit der Bahn durch Österreich beschreibt. Rhythmische Klänge des Orchesters und kurze Einwürfe der Trompeten und Flöte ließen an diese Zugfahrt erinnern. Die Werke von Steven Reineke orientieren sich vorzugsweise an einem programmatischen Inhalt. Die Inspiration zu „Goddess of Fire“ (Göttin des Feuers) bezog Reineke aus einer Göttersage des Inselstaats Hawaii. Bei diesem zweiten Werk wurden die Berkheimer Zuhörer in eine packende und dramatische Musik entführt. Perkussive Klänge am Schlagzeug und bei den Blechbläsern spiegelten den Zorn der Göttin wider.

Im Hauptwerk des Abends „Arcus – a daydream“ von Thiemo Kraas wurde das Publikum in einen Tagtraum auf dem Regenbogen versetzt. Die Komposition zeigt so viele Facetten, wie der Regenbogen Farben besitzt: Elemente des Jazz und Funk vermischen sich mit romantischen Melodien – kräftige Orchesterstellen wechseln sich mit leichten Solostellen ab. Bei diesem aufregenden Stück überzeugte auch der Musikverein und zeigte, wie viele Facetten in ihm stecken.

Im Anschluss an eine kurze Pause eröffneten die Musiker mit einem zunächst ruhig wirkenden Werk von Rossano Galante. In „Cry of the last unicorn“ beginnen Holzbläserklänge, die Fabelwelt darzustellen. Das Stück erzählt das schicksalhafte Zusammentreffen der Jäger, die das letzte Einhorn verfolgen. Die Musik, mal melancholisch, dann wieder stürmisch, zeichnet eine Verfolgungsjagd nach. Die mitreißenden Themen und die üppige Instrumentierung verleihen diesem Stück einen symphonischen Charakter.

Drei Mitglieder seit 40 Jahren dabei

Bei den Ehrungen, die Walter Engeser, stellvertretender Vorsitzender des Blasmusik-Kreisverbands Biberach, vornahm, konnte der Musikverein einige verdiente Musiker ehren. Die Ehrennadel für 20 Jahre aktive Mitgliedschaft durften Martina Herold, Sonja Sadlowski, Carina Wild und Benedikt Ziesel entgegennehmen. Die Ehrennadel und Urkunde für 30 Jahre aktive Mitgliedschaft wurden Harald Boser, Christian Wild und Peter Morgenröther verliehen. Für 40 Jahre aktive Mitgliedschaft wurden Josef Jägg, Elmar Wild und Hubert Göppel geehrt.

Mit harmonischen Klängen im Dreiviertel-Takt versetzte die Musik des „Kaiserwalzers“ von Johann Strauß die Zuhörer zurück in die Zeit der Kaiser und Könige. Leichte Melodien in den Holz- und Blechbläsern erfreuten viele Konzertbesucher, ehe es mit dem Musical „Tanz der Vampire“ weiterging. Sängerin Martina Herold überzeugte zusammen mit Dirigent Stefan Jägg bei der Darbietung des Stücks „Totale Finsternis“. Stimmgewaltig und mitreißend sorgte das auf der Grundlage von „Totale Eclipse of the heart“ stammende Duett für einen tollen Abschluss.

Der Applaus des Publikums sorgte für zwei Zugaben. Der Marsch „Euphoria“ von Martin Scharnagl und die Polka „So ein schöner Tag“ von Ernst Mosch rundeten den Abend ab.

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