Krempel für die Freundschaft

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 Sie freuen sich, dass der Flohmarkt in Biberach guten Anklang gefunden hat: Lewentat Herwig (von links), Susanne Berger sowie N
Sie freuen sich, dass der Flohmarkt in Biberach guten Anklang gefunden hat: Lewentat Herwig (von links), Susanne Berger sowie Nadia und William Bullet. (Foto: Julia Kuhn)
Julia Kuhn

Es gibt Beziehungen, die werden, ähnlich wie ein guter Wein oder Käse, mit der Zeit immer besser. So auch die partnerschaftlichen Beziehungen zwischen der französischen Gemeinde Coubron und Berkheim. Mit einem Flohmarkt in der Turn- und Festhalle hat der Partnerschaftsverein Berkheim die Freundschaft nun gefeiert.

Ihren Anfang nahmen die Annäherungen der beiden Gemeinden im Fußball. Als an Pfingsten im Jahr 1984 die erste offizielle Begegnung eines Fußballpokalturniers in Berkheim stattfand, waren die Weichen für weitere freundschaftliche Aktionen gestellt. Das Engagement des Rektors Alfred Rauß und Bürgermeisters Eugen Ruß zusammen mit dem BSC Berkheim in den 1980er-Jahren hat der Gemeindepartnerschaft zum Leben verholfen.

So fanden in den folgenden Jahren zahlreiche Treffen statt: Jugendaustausch, Partnerschaftsfeiern und auch Besuche während der Fasnet sind den Bürgern in freudiger Erinnerung geblieben. Auch kulturell sind die Gemeinden füreinander eine Bereicherung. In Coubron haben beispielsweise deutsche Traditionen Einzug in das kommunale Leben der Gemeinde gefunden. So wird ein Maibaum aufgestellt, Schulanfänger bekommen eine Schultüte und auch ein Weihnachtsmarkt nach deutschem Brauch wird organisiert. Doch auch anders herum inspirieren sich die Gemeinden.

Freundschaften entstanden

So backte eine kleine französische Delegation auf dem Berkheimer Flohmarkt am Samstag original französische Crêpes und verwöhnte die Besucher mit weiteren französischen Köstlichkeiten. Darüber hinaus gab es in der Turn- und Festhalle unter anderem Kleidung, Schuhe und Weihnachtsdekoration zu kaufen.

Seit den Anfängen der deutsch-französischen Beziehungen der Gemeinden haben sich auch privat viele Freundschaften gefestigt, die nunmehr seit mehr als 20 Jahren währen. Was damals an Pfingsten 1991 urkundlich festgehalten wurde, ist eine freundschaftliche Beziehung zwischen zwei Nachbarländern, die nicht immer selbstverständlich war. „Wir sind die erste Generation ohne Krieg zwischen Deutschland und Frankreich“, sagt die Vorsitzende des Partnerschaftsvereins, Susanne Berger. Was für die heutige Jugend selbstverständlich ist, zum Beispiel ohne Grenzkontrollen nach Frankreich oder Italien einreisen zu können, war nicht immer so. Die Einigkeit in Europa ist ein großes Gut, das es zu bewahren gilt.

Der Freundschaftsbund mit Coubron trägt im Kleinen dazu bei, dass sich die europäischen Nachbarn besser verstehen – auch über Sprachbarrieren hinweg. Diese gibt es natürlich immer wieder, aber man weiß sich zu helfen. Wo man mit Händen und Füßen, auch mit der Unterstützung von Bier und Wein, nicht mehr weiterkommt, helfen die modernen und internetgestützten Übersetzer schnell aus.

Alte Freundschaften soll man pflegen, auch über Generationen hinweg. Um die Einigkeit zu bewahren, wünscht man sich auch weiterhin viele freundschaftliche Begegnungen. Der Partnerschaftsverein nutzt den Erlös aus der Organisation des Flohmarkts für zukünftige Aktionen, an denen sich auch Nicht-Mitglieder des Vereins beteiligen können. Hier sind Jung und Alt willkommen, am Europa im Kleinen mitzuwirken, um Frieden und Freundschaft weiter zu bewahren.

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