Berkheimer tanken den Strom daheim

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Bei der Sommertour-Station hat es bestens geklappt: Verbraucherminister Alexander Bonde und Berkheims Bürgermeister Walther Puza
(Foto: SZ-Michael Hänssle )
Michael Hänssle

Mit der Nahwärmeversorgung Berkheim wird nicht nur Wärme aus Biogas produziert, es wird auch Strom gewonnen. Dies hat Bürgermeister Walther Puza beim Besuch von Minister Alexander Bonde betont. Mit diesem Strom kann auch der angemietete Elektrobürgerbus betankt werden, aus diesem Grund stehe auf dem Mercedes Vito auch der Satz „Berkheim tankt daheim“.

Mit der Teilnahme der Illertalgemeinde am Ideenwettbewerb Elektromobilität im ländlichen Raum des Landes Baden-Württemberg soll erkundet werden, wie abseits der Ballungsräume Elektrofahrzeuge passgenau eingesetzt werden können, betonte der Minister in Berkheim. Dieser Ideenwettbewerb sei eines der anschaulichen Beispiele, wie die Landesregierung wirksame Strukturpolitik für den ländlichen Raum betreibt. Der angestoßene Prozess geht in kleinen Schritten weiter. Denn der Radius von 80 Kilometern bis zum nächsten Tankstopp werde am kommenden Samstag bei einer Pressefahrt über den Schwarzwald von Minister Bonde auf die Probe gestellt und mehrere E-Tankstellen eröffnet.

Glücklich schätzt sich Bürgermeister Walther Puza, dass man mit dem Mercedes Vito mit sieben Sitzplätzen einen schwäbischen Elektrobus anmieten konnte, da bislang Nissan und französische Automobilhersteller in diesem Bereich noch die Führungsrolle besitzen. Zielgruppen für die Beförderung seien etwa Kindergartenkinder zur Ferienzeit sowie besonders ältere Mitbürger. Ihnen wird mit dem Elektromobilitätsprojekt, ergänzend zum schwachen ÖPNV, die Möglichkeit geboten, zum Einkaufen nach Erolzheim oder Memmingen gefahren zu werden. Auch Bedarfsfahrten sind angedacht. Da es in Berkheim kein Taxiunternehmen gibt, und dadurch keine Konkurrenzsituation entsteht, könnte in einer Ruftaxi-Variante eine solche Fahrt angemeldet werden, etwa zum Besuch von Verwandten in Illerbachen oder Eichenberg, sagte Walther Puza. Die Fahrt sollte zur besseren Planung am besten am Tag zuvor im Rathaus angemeldet werden. Natürlich wolle man dem Projekt zum Erfolg verhelfen, sei aber nicht über Gebühr ehrgeizig, ergänzt Walther Puza: „Bei intakten Familienstrukturen freuen wir uns, wenn sie ihre Fahrten weiterhin selbst organisieren.“

Gefahren wird der E-Bus von Ehrenamtlichen, die sich für ihre Mitmenschen einsetzen und damit das Leben im Dorf leichter machen. Was nun noch abgeklärt werden muss, ist die Frage, ob die Fahrer einen Personenbeförderungsschein benötigen. Walther Puza: „Da gibt es aus anderen Orten die unterschiedlichsten Informationen.“

Etwas bewegen müsse sich beim Tankstellennetz wie bei den Batteriekosten. Lars Baier glaubt, dass sich der Preis – derzeit bei 8000 Euro – bald auf 2000 Euro reduzieren könnte. Start der Busfahrten ist nach den Sommerferien, am 15. September.

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