Berkheim will seinen Strom flexibler produzieren

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Die Gemeinde Berkheim hat seit dem Jahr 2009 ein Nahwärmenetz aufgebaut, an das mittlerweile rund 170 Gebäude angeschlossen sind. Wärme und Strom werden aus Biomasse hergestellt. Um die Anlage künftig flexibler betreiben zu können, hat der Gemeinderat diese Woche den Kauf von vier neuen Blockheizkraftwerk-Modulen beschlossen. Diese kosten 480 000 Euro. Für das ganze Projekt mit Planung, Einbindung der neuen Module, Gasspeicher und Gasleitung kalkuliert das Ingenieurbüro mit rund 900 000 Euro. Im Gegenzug rechnet die Gemeinde mit einer jährlichen Flexibilitätsprämie in Höhe von 95 000 Euro.

Staatliche Prämie bei Flexibilität

Der Gemeinderat hatte sich bereits in seiner Klausursitzung im Januar mit dem Thema befasst und im Februar das Maßnahmenpaket für die Flexibilisierung beschlossen. Konkret geht es darum, dass Strom aus Biogas dem tatsächlichen Stromverbrauch im Netz angepasst werden kann. Es soll möglichst dann viel Strom aus erneuerbaren Energien produziert werden, wenn die Stromnachfrage hoch ist. Deshalb wird die Flexibilisierung von Biogasanlagen mit der sogenannten Flexibilitätsprämie staatlich gefördert. Bürgermeister Walther Puza äußerte in der Sitzung die Hoffnung, dass die neuen Blockheizkraftwerke bereits im Herbst in Betrieb gehen können. Künftig hat die Illertalgemeinde dann elf Blockheizkraftwerke im Einsatz.

Vertreter des Ingenieurbüros Ledwig aus Donaueschingen stellten das Projekt nochmals kurz vor und gaben einen Überblick über die Kosten.

Der Berkheimer Kämmerer Manfred Saitner sprach anschließend von einer „Zukunftsentscheidung“. Man hoffe natürlich, dass sich diese Investition im Laufe der Jahre für die Gemeinde rechne. Die vier neuen BHKW-Module – das günstige Angebot hatte mit 480 000 Euro die Firma Spornraft aus dem bayerischen Weihmichl abgegeben – haben eine Leistung von je 235 Kilowatt elektrisch.

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