Schmid verteidigt deutsches Sportsystem

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WLSB-Vizepräsident Rolf Schmid lobt das deutsche Sportvereinswesen beim Sportkreistag in Baltringen.
WLSB-Vizepräsident Rolf Schmid lobt das deutsche Sportvereinswesen beim Sportkreistag in Baltringen. (Foto: Michael Mader)
Michael Mader

Die Entwicklung der Turn- und Sportvereine basiert auf der Bereitschaft zum bürgerlichen Engagement. Dies machte der Vizepräsident des Württembergischen Landessportbunds (WLSB), Rolf Schmid, beim Sportkreistag des Landkreises Biberach in Baltringen deutlich.

Im Unterschied zu den USA oder Großbritannien gebe es in Deutschland ein funktionierendes Vereinswesen, das einmalig auf der Welt sei. Diese Strukturen gelte es zu erhalten, auch im Hinblick auf die kommerzielle Konkurrenz. Auch deshalb habe der WLSB den bestehenden Vertrag mit den Volkshochschulen in Baden-Württemberg gekündigt, weil die offenbar zu sehr im Sportbereich „gewildert“ und Angebote gemacht hätten, die die Vereine in ihrem Bestand gefährdeten. „Vereine sind nicht dazu da, Gewinne zu machen, sondern einen sozialen Gewinn für ihre Mitglieder zu ermöglichen“, stellte Schmid fest.

Vorbilder Riedmüller und Walser

Neben der sozialen Komponente stellte Schmid die Bedeutung des Sports für die Gesundheit jedes Einzelnen heraus. Vom Breitensport über den speziellen Gesundheitssport bis zum Leistungssport gehöre alles dazu. Schmid nannte auch zwei aktuelle sehr erfolgreiche Sportler aus dem Kreis Biberach, die man absolut als Leistungssportler bezeichnen müsse: Die Fechterin Vanessa Riedmüller aus Biberach und der Tennisspieler Michael Walser aus Bad Schussenried. Beide noch sehr jungen Sportler hätten ein sehr hohes Trainingspensum zu absolvieren mit bis zu sechs Einheiten in der Woche, seien jetzt aber auch mit der Nominierung in die jeweiligen Nationalkader für ihre Leistungen honoriert worden. Aber auch der kleine Dorfverein mit seinen wenigen Abteilungen trage zur Gesundheit der Bevölkerung bei, was der WLSB auch finanziell unterstütze.

Rund drei Viertel der Einnahmen des Württembergischen Landessportbunds fließen an die Vereine zurück, um ein attraktives Angebot machen und erhalten zu können. Schmid benannte mit der Neuausrichtung der Vereine in der Nachwuchsrekrutierung und der Inklusion die zwei wichtigsten Zukunftsaufgaben. „Hier sind Vereine und Verbände gleichermaßen gefordert. Wir müssen uns auf die veränderten Bedingungen einstellen.“ So müssten die Vereine mit ihren Übungsleitern in die Gemeinschafts- und Ganztagsschulen gehen, um den Kindern weiterhin Sport zu ermöglichen. Bei einer täglichen Schulzeit der Schüler bis mindestens 15.30 Uhr ginge das gar nicht mehr anders. Aber auch beim Thema Inklusion, also den gemeinsamen Aktivitäten von behinderten und nicht behinderten Menschen wie auch bei der Integration von Flüchtlingen und Asylbewerbern dürfe der Sport nicht außen vor bleiben.

WLSB reagiert auf Veränderungen

Der WLSB würde hier auch mit finanzieller Unterstützung auf die veränderten gesellschaftlichen Bedingungen reagieren. Weiterhin setzt sich der WLSB für eine qualifizierte Aus- und Fortbildung der Übungsleiter ein. Dazu entstehe gerade ein neuer Campus bei der Landessportschule in Ruit. Und Schmid freute sich, noch einen weiteren Akzent setzen zu können. „Der Antragsstau beim Sportstättenbau ist bereits im nächsten Jahr abgearbeitet.“ Dann könne man wieder mit Geldern für Turnhallen, Sportplätze und Ähnlichem rechnen - auch im Sportkreis Biberach.

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