Baltringer Hirschbraten im Landtag

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Der Einladung zum Steinschmecker-Soirée im Landtagsrestaurant mit Hirschbraten aus Baltringen sind Landtagspräsidentin Mutherem
Der Einladung zum Steinschmecker-Soirée im Landtagsrestaurant mit Hirschbraten aus Baltringen sind Landtagspräsidentin Mutherem Aras (rechts, Zweite von vorn), die Fraktionsvorsitzenden und zahlreiche Abgeordnete aller Fraktionen gefolgt. Eingeladen ha (Foto: privat)
Franz Liesch

Eine Woche lang wurde im Stuttgarter Landtagsrestaurant Braten von Karpatenhirschen aus der ehemaligen Kiesgrube Röhm am Rande Baltringens gereicht – und das nicht ohne Hintergrund.

Und das kam so: Es ist dem Steine und Kies fördernden Unternehmen ein Anliegen, deutlich zu machen, dass sie nicht nur eben diesen Rohstoff fördern und liefern, sondern auch ein besonderes Verhältnis zu natur- und umweltverträglichem Abbau haben und dem Wild neuen Lebensraum bieten.

So kam neben Hirsch aus Baltringen auch Fleisch von Alb-Taurusrindern, Lachsforellen vom Rhein und Wein von einem Kalkwerk auf den Tisch. Als „Steinschmeckerwoche“ wurde dieses besondere Angebot im Landtagsrestaurant vom „Industrieverband Steine und Erden Baden Württemberg“ (ISTE) bezeichnet. Es sei eine Herausforderung gewesen, die auf den Betriebsgeländen erzeugten Lebensmittel koordiniert anzubieten, erklärte ISTE-Hauptgeschäftsführer Thomas Beißwenger. Und weiter: „Wir wollen uns der breiten Öffentlichkeit vorstellen als Unternehmen, die wertvolle Rohstoffe fördern, ihre Gewinnungsstätten später verantwortungsvoll rekultivieren und die Nachhaltigkeit leben.“

Im Rahmen der „Steinschmeckerwoche“ wurde eine gemeinsame Erklärung unterzeichnet vom Vorsitzenden des NABU-Landesverbandes Baden-Württemberg, Johannes Eisele, und dem Präsidenten des ISTE, Peter Röhm. In der Erklärung formulieren laut Pressemitteilung beide Verbände gemeinsame Ziele einer umwelt- und naturverträglichen Versorgung mit mineralischen Rohstoffen, die sowohl dem Bedarf und der Versorgungssicherheit gerecht wird, gleichzeitig aber auch den Natur- und Artenschutz befördert. Die Erklärung wurde dem baden-württembergischen Umweltminister Franz Untersteller persönlich übergeben.

Zufrieden zeigte sich ISTE-Präsident Pater Röhm über das positive Echo auf die Steinschmeckerwoche. Er bedauert, dass die Steine- und Erden-Industrie zu selten von der Bevölkerung wahrgenommen werde. „Und wenn, dann ist diese Wahrnehmung mit Belästigungen verbunden, wenn im Steinbruch gesprengt werden muss oder der staubige LKW vor einem fährt. Aber mindestens so staubig wie die Laster ist dieses veraltete Bild in den Köpfen vieler Menschen.“ Für diese Branche Verständnis zu wecken, dazu sei die Steinschmeckerwoche gedacht gewesen.

In der ehemaligen Röhm-Kiesgrube wird seit 2006 in einem Photovoltaikraftwerk Strom erzeugt. Eine neun Hektar große Fläche wurde mit Laubwald bepflanzt und dient als Wildgehe für Karpatenhirsche. Im Bau befindet sich die die Ferienhausanlage „Sonnenpark am See“.

Wie das Unternehmen Röhm jetzt mitteilte, verzögert sich die Erschließung der Grundstücke wegen der starken Auslastung der Baufirmen. Sie soll erst im Herbst in Angriff genommen werden. Ursprünglich war dafür das Frühjahr vorgesehen.

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