Der spätere Sieger Laureen Härle auf der Startrampe. In wenigen Sekunden fährt der 8-Jährige durch die Lichtschranke ins Rennen
Der spätere Sieger Laureen Härle auf der Startrampe. In wenigen Sekunden fährt der 8-Jährige durch die Lichtschranke ins Rennen, er ist hochmotiviert. (Foto: Laura Hummler)
Laura Hummler

Das Seifenkistenrennen in Bildern gibt’s unter www.schwäbische.de/magnusfest-seifenkisten im Netz.

Ein Gefährt ist zum kleinen, roten Ferrari umgestaltet, ein anderes zum Mini-Mercedes. Auch das ganz klassische Modell aus Holz ist beim traditionellen Seifenkistenrennen in Bad Schussenried am vergangenen Samstag beim Start vertreten. Ab 10 Uhr morgens hatte sich die Gartenstraße in eine Rennstrecke für kleine, aber auch große Seifenkistenfahrer verwandelt.

Das Seifenkistenrennen findet jedes Jahr im Zuge des Schussenrieder Magnus-, Heimat und und Kinderfests statt. Und das bereits seit 1952. „Da kommen immer Teilnehmer aus dem ganzen Landkreis zusammen“, freut sich Ulrich Schmid vom Verein Brauchtumspflege Bad Schussenried, der das Ganze organisiert. So auch in diesem Jahr, die Rennfahrer kamen aus der Nachbarschaft wie aus Reichenbach und Roppertsweiler und manche sogar von weiter her, etwa aus Ochsenhausen oder Obersulmentingen.

Erwachsene sind aufgeregter

Alle Wettkämpfer wurden vor dem Start in verschiedene Altersklassen unterteilt: die Sechs- bis Elfjährigen und die Zwölf- bis 15-Jährigen traten jeweils gegeneinander an. Außerdem ging eine sogenannte „Altersabteilung“ an den Start, hierbei handelte es sich größtenteils um die Väter der zuvor gestarteten Kinder. „Die sind häufig noch aufgeregter als die Kinder selbst“, meint ein Schussenrieder Zuschauer. Wie zur Bestätigung schraubt an der Startrampe auch prompt ein Vater noch ein paar letzte Schrauben an der Seifenkiste fest. Zur Seifenkiste gehören vorschriftsmäßig die Bremse und ein Überrollbügel. Außerdem tragen die Fahrer während des Rennens einen Helm zur Sicherheit. Für die hatten am Samstag zusätzlich die freiwilligen Helfer des Deutschen Roten Kreuzes und der Freiwilligen Feuerwehr Bad Schussenried gesorgt.

Einen Antrieb braucht die Seifenkiste nicht, sie fährt allein durch die Hangabtriebskraft und den Schwung, den sie beim Herunterfahren von der Startrampe bekommt. Hierbei gilt: je mehr Gewicht, desto schneller die Seifenkiste.

Insgesamt starteten mehr als 20 Seifenkisten. „Im Vergleich zu den letzten Jahren ist das sehr erfreulich, wir liegen leicht über dem Durchschnitt. Da waren meist weniger als 20 Starter gemeldet“, erklärt Schmid. Um die Zeit genau zu messen, wurden an Start und Ziel Lichtschranken aufgebaut.

Die Kinder fuhren die Rennstrecke in der Gartenstraße insgesamt drei Mal entlang, jeweils im Probedurchlauf, Renndurchlauf und Slalomdurchlauf, bei dem sieben Hindernisse in Form von Verkehrshütchen überwunden werden mussten. Wurde ein Hindernis berührt oder umgeworfen, so wurden fünf Strafsekunden verhängt. Für die Erwachsenen war nach dem ersten und einzigen Wertungsdurchgang schon Schluss. Gewonnen hatte, wer die Strecke als Schnellster zurücklegen konnte.

Auch das Design zählt

Doch auch die schönste Seifenkiste wurde bei der Siegerehrung gekürt, somit ging es bei dem Rennen nicht nur um die Schnelligkeit. Auch wenn diese Komponente manchen Teilnehmern den meisten Spaß bereitete: „Ich liebe es, wenn ich so schnell bin, dass ich den Fahrtwind um die Nase wehen merke“, sagt Niklas Härle aus Reichenbach. Der Elfjährige hat mit seinem Bruder Laureen vor dem Rennen schon fleißig geübt. Vergangenes Jahr konnte er das Rennen nämlich gewinnen und die Motivation auf die Titelverteidigung war für dieses Jahr folglich hoch. Den beiden Brüdern geht es jedoch hauptsächlich um den Spaß. „Das ist das Wichtigste“, bestätigt Papa Rainer, der auch am Rennen teilgenommen hat.

Am Ende hat das Rennen Niklas’ Bruder Laureen gewonnen. Somit hat die Titelverteidigung zwar nicht ganz geklappt, aber zumindest ist der Wanderpokal in der Familie Härle geblieben. Neben einem Pokal erhielten die Kinder außerdem ein Magnusfest-T-Shirt, Popcorn und kleinere Sachpreise.

Die Sieger und Platzierten auf einen Blick

Altersklasse A: Platz 1, Stadtmeister: Laureen Härle (Reichenbach); Platz 2: Niklas Härle (Reichenbach); Platz 3: Leo Dangel (Bad Schussenried); Platz 4: Colin Maximow (Obersulmentingen); Platz 5: Felix Mayerföls (Bad Schussenried); Platz 6: Simon Zürner (Ochsenhausen); Platz 7: Maxi Nüssle (Otterswang); Platz 8: Tim Buck (Lauhaus); Platz 9: John Gretz (Hohentengen); Platz 10: Eric Zimmermann; Platz 11: Lucas Halder (Reichenbach); Platz 12: Sebastian Leger (Bad Schussenried)

Altersklasse B: Platz 1: Noemi Ederle (Roppertsweiler); Platz 2: Markus Neltner (Olzreute); Platz 3: Noah Weishaupt (Bad Schussenried); Platz 4: Maxi Mayerföls (Bad Schussenried); Platz 5: Konstantin Hegel (Otterswang); Platz 6: Mohammed Hasch Khalil (Bad Schussenried)

Altersklasse „Altersabteilung“: Platz 1: Thomas Stadler (Bad Schussenried); Platz 2: Rainer Härle (Reichenbach); Platz 3: Oswin Ederle (Roppertsweiler); Platz 4: Hermann Zürner (Ochsenhausen); Platz 5: Susanne Wehling (Caspar-Mohr-Gymnasium Bad Schussenried); Platz 6: Rainer Koch (Bad Schussenried); Platz 7: Achim Deinet (Bad Schussenried)

Das Seifenkistenrennen in Bildern gibt’s unter www.schwäbische.de/magnusfest-seifenkisten im Netz.

Mehr zum Thema
Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen