„Schwäbische Schöpfung“ wird als Oper in Schussenried aufgeführt

„Schwäbische Schöpfung“ wird als Oper aufgeführt
„Schwäbische Schöpfung“ wird als Oper aufgeführt (Foto: Almut Benedix)
Schwäbische Zeitung

Es ist der Klassiker der Mundartdichtung und bis heute lebendig und ein großer Spaß zum Hören: Die „Schwäbische Schöpfung“ von Sebastian Sailer aus dem 18. Jahrhundert. Am 23. Oktober ist die fantasievolle Nachdichtung der biblischen Geschichte am passenden Ort zu erleben: im Bibliotheksaal von Kloster Schussenried. Beginn ist um 19.30 Uhr.

Es muss exotisch geklungen haben zur Zeit seiner Entstehung im 18. Jahrhundert, als auf den Bühnen vor allem italienisch gesungen wurde und in den Klöstern lateinisch: Sebastian Sailers „Schwäbische Schöpfung“ fällt auch heute noch aus dem Rahmen des Üblichen. Für Joachim Moll, den Leiter der Klosterverwaltung Schussenried, kam die Anfrage des Vereins „Alte Musik am Bodensee“ daher ganz passend, um im ausgehenden Jahr 2021 nochmals das Jahresthema der Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg „Exotik- Fantasie und Faszination“ aufzugreifen.

Sebastian Sailer lebte von 1714 bis 1777. Der Schöpfer der „Schwäbischen Schöpfung“ war selbst Prämonstratenserpater – wie die Mönche im Kloster Schussenried. Mit dem erfolgreichen Stück wurde er zu einem Begründer der schwäbischen Mundartdichtung. Das Stück erzählt von der Schöpfungsgeschichte, von Adam und Eva, vom Sündenfall und der Verbannung aus dem Garten Eden. Sailer übersetzt die biblische Handlung dabei in den bäuerlich-schwäbischen Alltag seiner Zeit und lässt die Zuschauerinnen und Zuschauer an Gottes oft menschlichen Gedanken teilhaben: „Adam, schwätz, sei it so faul, sonscht schlägt di Gott Vattr uf’s Maul!“. Der Weingartner Mönch Meingosus Gaelle hat „Die Schwäbische Schöpfung“ im Jahr 1796 als Kammeroper für drei Gesangssolisten vertont.

Der englische Regisseur Martin Butler inszeniert „Die Schwäbische Schöpfung“ in Bad Schussenried halbszenisch mit humorigem Charakter. Drei Gesangssolisten und das vierköpfige Originalklang-Ensemble „Société Lunaire“ teilen sich dabei die Bühne vor dem Baum der Erkenntnis, gestaltet nach dem Werk der deutschen Scherenschnittkünstlerin Lotte Reiniger. Aufgeführt wird die Kammeroper auf originalgetreuen Kopien historischer Instrumente. Die Veranstaltung des Wangener Vereins „Alte Musik am Bodensee“ wird ermöglicht durch das Förderprogramm Landmusik des deutschen Musikrats. Karten zu 15 Euro gibt es im Vorverkauf auf www.alte-musik-am-bodensee.com und an der Abendkasse ab 18.30 Uhr. Für den Besuch der Veranstaltung gilt die 3G-Regel.

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