Schussenrieder Spezialitätenmarkt: Hier lachen alle

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Die Fischer vom Olzreuter See bieten Forellen an – nur eine von vielen Leckereien beim Schussenrieder Spezialitäten
Die Fischer vom Olzreuter See bieten Forellen an – nur eine von vielen Leckereien beim Schussenrieder Spezialitäten (Foto: Angela Körner-Armbruster)
Angela Körner-Armbruster

Der Schussenrieder Spezialitätenmarkt ist nicht mehr aus dem Veranstaltungskalender der Stadt wegzudenken. Er lockt mit kulinarischen Spezialitäten, schönen handwerklichen Besonderheiten und Musik und die meisten Gäste kommen treu jedes Jahr zu diesem genussvollen Höhepunkt.

„Das kann man sich doch nicht entgehen lassen,“ sagt eine Dame lachend und wagt ein Wettessen: Eis gegen die 35 Grad des Sommers. Der Sommer gewinnt, das Eis tropft aufs Kleid, aber sie lacht. Alle lachen hier, alle haben heitere Urlaubslaune. An Tischen und Ständen wird über das mediterrane Oberschwaben gescherzt und die Sturzbäche des vergangenen Jahres sind beinahe vergessen.

„Umanandgjagte Kartoffla“, Kartoffelteigtaschen mit Apfel-Whisky-chutney und Wasserbüffellandjäger sind essbare Zungenbrecher und die Vielfalt der Angebote vermischt sich zu einer Duftorgie. Rote Wurst ist passé, die Händler beweisen Kreativität. Jörg Steinhart aus Kümmerazhofen verpackt österreichischen Bergkäse in seine Maultaschen. „Der schmilzt beim Anbraten schön in die Füllung rein,“ weckt er den Appetit der Besucher.

Leinöl und Hanf

Nebenan preist Simon Igel zellerneuernde Leinölseife und Hanfnüsse an. Selbstverständlich stammen beide Grundstoffe vom eigenen Acker in Dürmentingen. Die ganze Familie steht mir ihrer Erfahrung hinter dem jungen Landwirt, der mit Feuereifer von seinem Führungen über den momentan in herrlichem Blau blühenden Acker schwärmt.

Ebenso engagiert berichtet Daniel Schwarz über sein Kunsthandwerk. „Holz, Handwerk, Leidenschaft“ ist sein Motto und er erinnert sich gern an den Großvater, der ihn als Bub bereits in die Faszination eines Handwerks einführte. Eine Schreinerlehre, ein Architekturstudium und die Teilnahme beim „Schwäbisch Media Gründerpreis“ komplettieren die engagierten Zukunftspläne des Äpfingers.

Ganz spezielle Landwirtschaft im Kleinformat bastelt Hermann Maucher mit den jungen Marktbesuchern. Ein Stall fürs Schweinchen oder ein Traktor mit Güllefass? Das Aulendorfer Ehepaar beschert mit seinem kunterbunten Bastelstand Spaß und Spiel und Fingerfertigkeit – natürlich aus regionalen Ästchen.

Rehe sind Schleckermäulchen

Ebenfalls direkt aus Schussenried sind die 1000 Rehwürstchen, die der Hegering in Brötchen packt. Die Jäger sind absolut überzeugt, dass ihre Produkte durch und durch eine echt regionale Spezialität sind. „Sie müssen bedenken, dass das Reh ein Nahrungsselektierer ist,“ erklären sie. Übersetzt ins Schwäbische bedeutet das, dass das Wild ein Schleckgöschle ist und sich auf besondere Leckereien spezialisiert. Mit Antibiotika kommt es auch nicht in Berührung – nur mit Kräutern und Blumen.

Ähnlich Spezielles erzählen die Fischer vom Olzreuter See über ihre geräucherten Forellen. Heinz Andres hat als Bub bereits geangelt, jetzt ist er seit 30 Jahren im Vorstand und erklärt, das beim Angeln nicht der Erfolg des Fisches ausschlaggebend sei. Jeder Tag am Gewässer sei einfach toll und dieses zufriedene Strahlen bekommen auch die Kunden mit.

Wie gewohnt wird dieser Marktabend zu einem rundum gelungenen Fest, das alltägliche und spezielle Wünsche erfüllt. Jetzt fehlt zwischen Eis und Lammfellhausschuhen, Schmuckkarten und Honig nur noch eins: Eine glatte Fläche, damit zu den Liedern der „Amorados“ das Tanzbein geschwungen werden kann.

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