Schüler lernen ihre Stadtverwaltung besser kennen

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Auch an der neu sanierten Klostermauer machte die Gruppe Halt.
Auch an der neu sanierten Klostermauer machte die Gruppe Halt. (Foto: privat)
Schwäbische Zeitung

Wie arbeitet eine Stadtverwaltung? Anstatt die Antworten aus Büchern zu erfahren, haben die Achtklässler des Schussenrieder Progymnasiums vor Kurzem einen Tag mit Bürgermeister Achim Deinet verbracht.

Startpunkt war der städtische Bauhof, danach ging es ins neue Baugebiets St. Martinsesch. Die Schüler staunten über die großen Gräben, in denen ganz unterschiedliedliche Leitungen verlegt werden. Sie lernten außerdem, wozu die riesigen weißen Stoffplanen auf dem Gelände dienen – um geschützte Eidechsenarten zu „vergrämen“. Danach ging es über die stillgelegten Schienen und die verdohlte Schussen in Richtung Rathaus und Deinet zeigte dabei den Schülern, wo nach der Offenlegung die Schussen fließen wird.

Im Rathaus gab es eine lebhafte Gesprächsrunde. Ein Schüler wollte wissen, ob Deinet „so etwas wie der König von Schussenried“ sei. „Ich verstehe mich als Impulsgeber und als Umsetzer – der Gemeinderat bestimmt aber, was gemacht wird.“ Die Sprache kam auch auf die Sanierung des Caspar-Mohr-Progymnasiums. „Was ihr bewegt habt, von eurem Einsatz, werden zukünftige Schülergenerationen profitieren“, lobte Deinet das politische Engagement der Schüler. Auch das Konzept des Jugendparlaments, das Stadträtin Susanne Diesch den Achtklässlern am Tag zuvor vorgestellt hatte, kam zur Sprache, wobei Deinet auf die vielfältigen Schwierigkeiten, die sich bei diesem Modell in andern Gemeinden gezeigt haben, hinwies.

Im Schnelldurchgang ging es dann durch die vielen Amtsstuben des Rathauses und in das neu renovierte Büro des Bürgermeisters.

Mittlerweile wäre eigentlich schon Schulschluss gewesen, aber der Bürgermeister hatte sich auf die Frage der Schüler nach „geheimen Räumen“ spontan bereit erklärt, das Dachgeschoss zu öffnen und das wollten natürlich alle sehen.

Die Meinungen über das Dach waren im Anschluss geteilt. Die einen fanden es den besten Teil des Rathauses und würden am liebsten gleich in die alte Polizistenwohnung ziehen, wo die Akten zwischen den historischen Tapeten und Einbaumöbeln stehen und sich bestens verstecken spielen lässt. Die anderen fanden es eher eklig, weil das obere der beiden Dachstockwerke von Vögeln und Fledermäusen bewohnt wird, die dort auch alles hinterlassen.

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