Blick auf das Schulzentrum in Bad Schussenried: Alle Schulformen sind hier vertreten.
Blick auf das Schulzentrum in Bad Schussenried: Alle Schulformen sind hier vertreten. (Foto: Katrin Bölstler)

Die Realschule bleibt die beliebteste Schulform in Bad Schussenried. 68 Familien haben ihr Kind für das nächste Schuljahr an der Jakob-Emele-Realschule (JERS) angemeldet, 14 an der Drümmelbergschule und 24 am Caspar-Mohr-Progymnasium.

Albrecht Binder, Rektor der Realschule, ist mit diesen Anmeldezahlen sehr zufrieden. Voraussichtlich werde es drei fünfte Klassen geben, mit jeweils 22 bis 23 Schülern. „Das sind optimale Lernbedingungen“, so Binder. Auch die Durchmischung der Schüler sei im kommenden Schuljahr ideal. 73 Prozent der künftigen Fünfer hätten eine Empfehlung für die Realschule, 17 für das Gymnasium und 10 Prozent für die Werkrealschule. „Im Landesdurchschnitt gehen 25 Prozent der Kinder mit einer Werkrealschulempfehlung auf die Realschulen“, erklärt Binder. Die Durchmischung, wie es sie im nächsten Schuljahr nun in Bad Schussenried gebe, gebe es nur im ländlichen Raum. Und auch dort nur da, wo im näheren Umfeld eine gut funktionierende Werkrealschule vorhanden sei.

Ganz anders sei die Situation in den Universitätsstädten. 70 Prozent der Schüler würden dort nach der Grundschule auf ein Gymnasium wechseln. Von Kollegen wisse er jedoch, dass viele dieser Kinder nach kurzer Zeit dann doch an die Realschulen wechseln müssten, weil sie das Lerntempo an den Gymnasien überfordern würde.

„Die Eltern der Kinder mit Gymnasialempfehlung sagen mir, dass sie bewusst den Weg in die Realschule gewählt haben, um entweder noch mehr Zeit für ihre Freizeitaktivitäten zu haben, sie die Schulart Realschule von ihrem Profil her überzeugt und der Weg über das berufliche Gymnasium und damit das G9 ebenfalls offen bleibt“, sagt Binder. Landesweit würden die Anmeldezahlen an den Realschulen derzeit am stärksten steigen. Seitdem es zudem wieder verpflichtend sei, die Grundschulempfehlung wieder vorzulegen, würden sich wieder mehr Eltern an die Empfehlungen halten.

Vergangenes Jahr gab es 47 Anmeldungen an der Realschule. „Ich denke auch, dass das Angebot der Realschule viele Eltern anspricht, da fast die Hälfte unserer Absolventen nach der erfolgreichen Abschlussprüfung auf das berufliche Gymnasium oder das Berufskolleg wechselt und das Abitur oder die Fachhochschulreife anstrebt“, sagt Binder. „Die andere Hälfte bekommt mit unserer Abschlussprüfung einen anspruchsvollen Ausbildungsplatz. Das gefällt den Eltern.“

24 Familien haben ihr Kind am Progymnasium angemeldet. Das ist ein Kind mehr als vergangenes Jahr. Rektorin Susanne Wehling ist mit dieser Zahl zufrieden, denn es handelt sich um einen deutlich kleineren Grundschuljahrgang – und das mache sich eben bemerkbar. „Wir befinden uns momentan in einer Talsohle, aber da die Kindergärten alle ausgelastet sind, wissen wir, dass es bald wieder aufwärts geht“, sagt sie. Auch Wehling ist davon überzeugt, dass die Eltern wieder mehr auf die Grundschulempfehlungen achten, seit sie diese wieder vorlegen müssen.

Zahlen schwanken

Voraussichtlich nur eine Klasse wird es an der Werkrealschule geben. 14 Kinder werden nach jetzigem Stand dort die 5. Klasse besuchen. „Das sind zwar deutlich weniger als im Vorjahr, aber wir haben die Erfahrung gemacht, dass die Zahlen immer mal wieder schwanken“, sagt Rektorin Stephanie Krüger. Sorgen mache sie sich deswegen keine. Die Erfahrung zeige, dass die Klasse im Lauf der nächsten Jahre wachsen werde. Zwischen 27 und 29 Schüler haben die oberen Klassen an der Werkrealschule aktuell, bedingt dadurch, dass jedes Schuljahr Kinder aus Real- oder Gemeinschaftsschule nachträglich in die Werkrealschule kommen. „Man muss auch sehen, dass die Realschulen nun auch den Hauptschulabschluss anbieten, das ist für manche Eltern sicherlich ein Argument, ihr Kind erst einmal an dieser anzumelden“, vermutet Krüger. „Wir sind froh über jede Familie, die uns ihr Vertrauen schenkt. Trotz der Weiterentwicklung der Realschule.“

Deutlich mehr Anmeldungen für das nächste Schuljahr hat dagegen die Werkrealschule in Rot an der Rot. 22 sind es momentan, vier weniger als im Vorjahr. Die Schüler kommen aus Rot an der Rot, Hauerz, Berkheim und Dettingen. „Wir sehen uns in unserem Kurs bestätigt mit diesen Zahlen“, sagt Rektor Werner Egger. Im Illertal könnten die Eltern frei wählen zwischen allen Schulformen – und trotzdem seien die Anmeldezahlen für die Werkrealschule stabil. Und wie in Bad Schussenried gebe es die Entwicklung, dass die Klassen mit den Jahren wachsen würden, da Schüler aus der Real- und Gemeinschaftsschule nachrücken würden. Alle oberen Klassen hätten eine Klassenstärke zwischen 25 und 28 Kindern.

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