Neues Raumkonzept für das Schussenrieder Schulzentrum steht fest

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 Alle Schulen am Schussenrieder Schulzentrum werden umgebaut.
Alle Schulen am Schussenrieder Schulzentrum werden umgebaut. (Foto: Katrin Bölstler)

Zwei Jahre hat es gedauert, den genauen Raumbedarf an allen Schussenrieder Schulen zu erfassen. Nun steht das Konzept – und es ist umfangreich und komplex. Projektleiter Immo Scholze stellte der Öffentlichkeit und dem Gemeinderat das fertige Raumkonzept am Donnerstagabend vor. Viele interessierte Bürger, alle Schulleiter und die Schülervertretung waren gekommen, um sich den Vortrag anzuhören.

Scholze, der beim Architektenbüro Riehle & Assoziierte arbeitet, stellte das Raumkonzept für jede Schule einzeln vor. Ziel sei es gewesen, soweit möglich, den veränderten Raumbedarf durch Umbauten im Bestand zu realisieren. Denn die Vorgaben des Landes hinsichtlich einer finanziellen Unterstützung würden nur eine Sanierung und Umbauten zulassen. Für einen Anbau gebe es voraussichtlich keinen Zuschuss.

Die Drümmelbergschule ist in insgesamt vier Gebäuden untergebracht. Das allein ist umbautechnisch schon eine Herausforderung. Die Grundschule hat bisher drei Parallelklassen, zukünftig sollen es vier sein. Bei den Überlegungen für das Raumkonzept spielt zudem das pädagogische Konzept eine große Rolle. Dieses sieht vor, an der Grundschule eine stärkere individuelle Förderung zu ermöglichen und zukünftig im Zuge der Inklusion mehr Kinder mit einer Beeinträchtigung zu unterrichten. Dieser Grundsatz gilt im Wesentlichen aber auch für die anderen Schulen.

Zudem sieht das Raumkonzept vor, der Grundschule mehr Fachräume zur Verfügung zu stellen. Insgesamt, so Scholze, steigt der Raumbedarf der Grundschule von momentan 1777 auf 1998 Quadratmeter. Es sollen in den bestehenden Räumlichkeiten vier weitere Klassenzimmer entstehen, ein naturwissenschaftlicher Bereich sowie weitere Fachräume. Die neuen Klassenzimmer könnten im Anbau untergebracht werden, indem die Räume anders aufgeteilt werden. Die Pavillons sind nicht im Sanierungsprogramm, sollen jedoch trotzdem umgestaltet werden. Dort werden sich in Zukunft Klassenzimmer, Räume für die Einzelförderung und ein Behinderten-WC befinden. Zudem könnte hier ein barrierefreier Zugang geschaffen werden. Bisher sind nur die Georg-Kaeß-Schule und der Anbau barrierefrei.

In der Werkrealschule befindet sich momentan die Mensa. Diese soll laut Scholze ausgelagert werden. Wohin genau, ist noch nicht klar. Eine Variante wäre, sie künftig in der Sporthalle unterzubringen. Dieser Punkt ist jedoch noch nicht endgültig geklärt. Klar ist aber, dass es an der Schule eine Mensa braucht.

Stattdessen soll es nach dem neuen Raumkonzept an der Werkrealschule eine neue Lehrküche geben. Die jetzige Lehrküche in der Jakob-Emele-Realschule wird sehr stark genutzt und reicht nicht mehr für alle Schulen aus. Das gleiche gilt für die Fachräume. Jene, die es jetzt gibt, werden meist von mehreren Schulen benutzt und es kommt dabei zu Engpässen. Daher soll es nun an der Werkrealschule einen eigenen naturwissenschaftlichen Bereich geben. Und nach dem jetzigen Stand der Planungen wird dann auch die Schulbücherei, die sich jetzt in der Grundschule befindet, künftig in der Werkrealschule untergebracht sein.

Die Realschule besteht aus einem Neu- und einem Altbau. Da die Schülerzahlen seit Jahren steigen, wird für eine künftige Dreizügigkeit umgebaut. Der Raumbedarf steigt somit von 2878 auf 3361 Quadratmeter. Konkret bedeutet das, dass drei weitere Klassenzimmer benötigt werden sowie mehr Platz für Fachräume. „Das werden wir nicht alles im Bestand unterbringen“, stellte Scholze klar. An der Realschule müsse man daher über einen Anbau nachdenken, um so Platz für weitere Klassenzimmer zu schaffen. Wo dieser Anbau genau entstehen könnte, wurde am Donnerstag noch nicht abschließend geklärt.

Das Progymnasium wird einzügig bleiben, soll jedoch auch barrierefrei umgebaut werden. Das ist bei der verwinkelten Architektur des Gebäudes jedoch eine große Herausforderung. Scholze stellte die Planungen vor, nach denen ein Aufzug eingebaut werden. Die Toiletten im Obergeschoss müssen hierfür versetzt werden. Um mehr Tageslicht in die Flurbereiche zu bekommen, sollen in manchen Teilen der Schule Glaswände eingesetzt werden.

Für die jetzt vorgestellten Planungen hat das Regierungspräsidium bereits grünes Licht gegeben. Diese Hürde ist also geschafft. Und in der vorherigen Sitzung hatte der Gemeinderat bereits die europaweite Ausschreibung der Architekten- und Ingenieurleistungen beschlossen. Mit der Verabschiedung des Raumkonzepts ist die Stadt damit einen großen Schritt weiter. Scholze schätzte, dass es etwa vier Monate dauern wird, einen Planer zu finden. Danach gehe es in die Fein- und Entwurfsplanung. Der Baubeginn könnte dann wahrscheinlich im Herbst 2020 sein.

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