Musiker begeistern die Besucher beim ZfP-Kulturherbst

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Bastian Pusch (von links)und Andreas Speckmann bestreiten den Abend ohne Noten.
Bastian Pusch (von links)und Andreas Speckmann bestreiten den Abend ohne Noten. (Foto: Gerhard Rundel)
Gerhard Rundel

Ein brillantes, unterhaltsames Wunschkonzert der Extraklasse haben die als Duo „Notenlos“ auftretenden Pianisten Bastian Pusch und Andreas Speckmann am Donnerstagabend im Zelt beim Kulturherbst des ZfP Bad Schussenried geboten. Von der ersten Minute an hatten die beiden Musikkabarettisten aus München die rund 50 Besucher auf ihrer Seite. Den ganzen Abend über haben die Profimusiker die hohe Kunst der musikalischen Improvisation zelebriert.

Von Anfang an bezogen die nobel gekleideten Entertainer das Publikum mit in das Programm mit ein. „Wir brauchen von euch Ideen und Vorschläge zur Stilrichtung, zu Interpreten und Musiktiteln“, forderte Pusch die Gäste auf. Auf Zuruf aus dem Publikum wurde der Titel „Love Me Tender“ aufgegriffen und diesen in der Art von Elvis Presley, Udo Lindenberg, Rihanna, Herbert Grönemeyer und Johnny Cash präsentiert.

Im Nu ein Medley kreiert

Aus den Songs „Eiscreme“, „Aber bitte mit Sahne“ und weiteren Hits improvisierten sie im Nu ein wunderbares musikalisches Süßigkeiten-Medley. Nach der Pause gab es ein Musical. Namen, Orte und Handlungen wurden dabei vom Publikum schriftlich vorgeschlagen. Es sollten Pop, Reggae, Balladen und böhmisch-mährische Musik enthalten. Der Titel: „Fisch-Fuchs-Wurst“. Aus der Handlung: Metzger Peter aus Olzreute übernachtete nach viel Biergenuss im Beichtstuhl der Kirche. Mathilde, die neue Mesnerin von Steinhausen, die aus dem hohen Norden stammt und gern Fisch isst, fand Peter schnarchend auf. Die aufflammende Liebe hielt nicht lange, weil Peter nur Fuchswurst mag und keinen Fisch. Großartig, wie die Künstler diese Aufgabe musikalisch und textlich aus dem Stegreif umsetzten.

Beim letzten Teil ließen die Musiker Pusch und Speckmann, am Klavier sitzend, sich ebenfalls die Lieder vom Publikum auswählen. Sobald ein Gast den Buzzer vor der Bühne drückte, wurde der laufende Song abgebrochen und der neue gewünschte Titel begann, ohne dass die Künstler groß überlegten. In immer kürzeren Abständen kam ein Besucher nach vorn, um den Buzzer zu drücken. Selbst die schönsten Songs wurden so nach ein paar Takten abgewürgt.

Es war erstaunlich, was für eine Spontanität und welchen nahezu unerschöpflichen Fundus an Musiktiteln aller Genres die außergewöhnlichen Musiker intus hatten. Ebenso beeindruckte eine erstaunliche Textsicherheit, ob bei deutschen oder englischen Titeln. Am Ende erhob sich das Publikum ob der grandiosen Leistung der Musiker.

Nächstes Mal mehr Zuhörer

Der pflegerische Leiter Hans-Peter Elsässer-Gaißmaier, der den Abend sichtlich genoss, sagte am Ende der tollen Show: „Ich bin überzeugt, wenn ihr wieder nach Schussenried kommt, ist das Zelt rappelvoll.“ Da beim Kulturherbst der Eintritt frei ist, bat er um Spenden für den Verein Beclean. Der Verein unterstützt die Psychiatrien in Rumänien.

„Von der Stimmung her war der Abend Wahnsinn“, sagte Bastian Pusch am Ende. „Für so wenige Besucher war es irre, wie diese mitgemacht und mitgesungen haben.“ Ein Besucher lobte schmunzelnd: „Was für super Musiker. Was für ein toller Abend. Diese Vielseitigkeit war einfach genial und hat mich fasziniert.“

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