Sehr ausgelassen bejubelten die Bad Schussenrieder den Titelgewinn.
Sehr ausgelassen bejubelten die Bad Schussenrieder den Titelgewinn. (Foto: Volker Strohmaier)
Michael Mader

Der FV Bad Schussenried spielt in der kommenden Saison wieder in der Fußball-Landesliga. Aufgrund des besseren Torverhältnisses gegenüber dem Vizemeister TSG Ehingen sicherten sich die Violetten den Titel in der Bezirksliga Donau. Die Mannschaft des scheidenden Trainers Arndt Schlichtig konnte sich am letzten Spieltag sogar eine 1:2-Heimniederlage gegen Ehingen leisten und wurde dennoch Meister.

„Am letzten Spieltag wird das nicht entschieden, das halten meine Nerven nicht aus“, erinnert sich Schussenrieds Spielleiter Stefan Buck an die Endphase der Saison, als es nach einem Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen dem FVS und der TSG Ehingen aussah. Und Buck sollte Recht behalten. Der SV Hohentengen entschied das Titelrennen vorzeitig. Das Team von Andreas Rehmensberger gab den Schussenriedern Schützenhilfe und gewann in Ehingen am vorletzten Spieltag mit 2:0. „Hohentengen ist eine unberechenbare Mannschaft. Dennoch war diese Niederlage natürlich nicht zu erwarten“, betont Buck. Auch der FVS habe sich nur selben Zeit bei der SGM Blönried/Ebersbach schwer getan, aber dann doch durch zwei Treffer von Torjäger Felix Bonelli mit 2:0 gewonnen. „Das war eindeutig Kopfsache, die wir zum Glück besser gelöst haben als die Ehinger“, so Buck.

Prägende Achse

Schon vor dem Saisonstart in der Bezirksliga Donau hatte man in Bad Schussenried die Entscheidung getroffen, höhere Ziel auszugeben und nicht nur vom vorderen Mittelfeld der Tabelle zu sprechen. Mit der Verpflichtung der drei Ex-Ravensburger Florian Harsch, Simon Kraft und eben Bonelli habe man sich für einen anderen Weg entschieden. „Das Minimalziel war die Relegation.“ Die Mannschaft wurde von Schlichtig und Buck auf die Aufgabe eingeschworen und hat diese auch letztlich umgesetzt. Es sollte einfach klick machen im Kopf. Leistungs- und Siegermentalität standen wieder im Vordergrund. Vor allem und auch gerade wegen der drei Neuen, die schon eine wichtige Rolle und laut Buck die prägende Achse in der Mannschaft waren.

„Natürlich haben wir auch von den Schwächephasen der Konkurrenz profitiert und auch keine größeren Verletzungssorgen gehabt“, sagt Buck. „Wir sind ja nicht durchmarschiert wie im vergangenen Jahr der FC Mengen oder der SV Mietingen in dieser Saison in der Bezirksliga Riß.“ Auch der FV Bad Schussenried nahm sich seine Auszeiten. Vor allem in der Rückrunde gab es den einen oder anderen Dämpfer, aber auch in der Vorrunde blieb man trotz der Herbstmeisterschaft nicht fehlerfrei. Niederlagen in Krauchenwies oder Hettingen/Inneringen wurden aber von den Mitkonkurrenten auch aus Uttenweiler und Neufra verziehen. „Wir mussten das Team auch immer mal wieder aufwecken, wenn sich zu viel Lethargie eingeschlichen hatte.“

Diese Aufgabe übernahm vorwiegend Arndt Schlichtig. Der Trainer, der aus persönlichen Gründen nicht mit in die Landesliga aufsteigen wollte, hat die Mannschaft geformt oder auf Trainerdeutsch „weiterentwickelt“. Junge Spieler wie die Liebhardt-Brüder oder auch Jan Dehmel seien dafür die besten Beispiele. Zudem setzte Schlichtig auf sehr viel Disziplin und Fitness. „In der Winterpause wurde hart gearbeitet, zumal wir in Schussenried ja keinen Kunstrasen haben.“ So wurde viel gelaufen und auch viel in der Halle trainiert. Das habe sich am Ende auch ausgezahlt.

Daniel Amann ist neuer Trainer

Mit dem neuen Trainer Daniel Amann, der vom SV Mochenwangen kommt, soll diese Linie fortgeführt und das klar formulierte Ziel Klassenerhalt in der Landesliga angegangen werden. Dabei helfen sollen auch die drei bisherigen Zugänge, die Stefan Buck präsentieren konnte. Aus Laupheim wechselt Janis Cohn nach Bad Schussenried. Er ist Abwehrspieler ebenso wie Nico Siegler vom SV Muttensweiler. Stürmer dagegen ist Lars Sommer, der vom badischen Hegauer FV kommt, der ebenfalls in die Landesliga aufgestiegen ist. „Wir haben bis auf das Karriereende von Routinier Martin Schmid keine Abgänge und setzen auf unsere eingespielte Mannschaft“, nennt Buck noch einen Grund, warum der FV Bad Schussenried länger als ein Jahr in der Landesliga spielen soll.

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