Kamen beim Festakt zusammen (v. l.): Hans Klein, der die Hospizgruppe aufgebaut hat, die jetzige Leiterin Isolde Löffler-Bertl
Kamen beim Festakt zusammen (v. l.): Hans Klein, der die Hospizgruppe aufgebaut hat, die jetzige Leiterin Isolde Löffler-Bertl und Minister Manfred Lucha. (Foto: privat)
Schwäbische Zeitung

Die Hospizgruppe Bad Schussenried hat vor Kurzem ihr 20-jähriges Bestehen mit einem Festakt gefeiert, an dem unter anderem Sozialminister Manfred Lucha teilnahm. Stefan Ditrich, Regionalvorstand der Johanniter-Unfall-Hilfe, betonte in seiner Rede den besonderen Anspruch des Engagements für diesen anspruchsvollen Dienst. „Hier spüre ich, dass in Bad Schussenried sowohl ehren- als auch hauptamtlich sehr viel positive und professionelle Arbeit geleistet wird.“

Ausgesprochen glücklich sei Dittrich darüber, dass Hans Klein mit seiner Frau Carmen den Hospizdienst vor 20 Jahren gegründet, aufgebaut und geleitet habe. Nach der Übergabe der Leitung an Isolde Löffler-Bertl habe sich weiter viel Gutes getan, was nun zum Zusammenschluss der Hospizgruppen in Bad Schussenried und Bad Buchau führte.

„Wir brauchen eine Kultur der Würde,“ forderte Manfred Lucha, Minister für Soziales und Integration, in seiner Ansprache und betonte die lange Tradition der Hospizarbeit in Baden-Württemberg. 1997 hatte sich Hans Klein von den Johannitern mit Vertretern verschiedener Einrichtungen getroffen und mit dem Aufbau der Hospizgruppe Bad Schussenried begonnen. „Jetzt sind sie seit 20 Jahren im Einsatz“, lobte Minister Lucha das Engagement.

„Der Hospizdienst wird weiter an Bedeutung gewinnen“, prophezeite der Minister. Um die Kompetenz in den Pflegeeinrichtungen zu steigern, sei vom Land ein Aktionsplan auf dem Weg gebracht worden. Damit sollen die Förderung und Fortbildung in der Palliativen Versorgung in den Einrichtungen bestärkt werden. Daneben soll auch die Trauer-Begleitung mehr gefördert werden und so eine nachhaltige Hospiz- und Palliativ-Kultur entstehen: „Engagement als Leuchtturm.“

Wertschätzung für das Ehrenamt

Wertschätzung für das Ehrenamt forderte auch Sabine Horn: Dazusein und auszuhalten, für den Sterbenden nichts mehr tun zu können, sei keine leichte Aufgabe in der Hospizbegleitung. „Wir müssen warten und müssen ganz präsent sein, müssen auf Signale reagieren und im Nichts-Tun aushalten. Es braucht jedes Mal Mut sich dem zu stellen, was der Sterbende verlangt und erwartet.“

Schwerpunkt beim Ökumenischen Gottesdienst am Sonntagabend in der katholischen Pfarrkirche St. Magnus mit den Pfarrern Nicki Schaepen, Georg Maile und Marcus Lutz und Diakon Thomas Lerner war das Totengedenken an die Verstorbenen aus den Begleitungen des vergangenen Jahres. Gleichzeitig war dies aber auch der würdige Rahmen für die Aufnahme der fünf neuen Hospizbegleiterinnen in ihrem Dienst am Nächsten. Mit großem Dank für Ihr Engagement und langjährigen Einsatz in der Hospizgruppe Bad Schussenried wurde Gertraud Herforth von Dr. Reinhard Kleemann und Isolde Löffler Bertl verabschiedet.

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