Männerchöre begeistern die Besucher beim Chorfestival

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 Beim Gesamtchor singen rund 160 Sänger aus fünf Chören gemeinsam.
Beim Gesamtchor singen rund 160 Sänger aus fünf Chören gemeinsam. (Foto: Gerhard Rundel)
Gerhard Rundel

Ein gelungenes Chorfestival mit dem Motto „man(n) singt“ hat der Männergesangverein Steinhausen-Muttensweiler (MGV) in der Schussenrieder Stadthalle veranstaltet. Dass Gesang keine Grenzen kennt, haben die Chöre aus Steinhausen-Muttensweiler, Bonlanden, Dettingen, Eglofs und Bazenheid in der Schweiz am Samstagabend mit großer Bandbreite bewiesen. Jeder der fünf Chöre hat die Besucher auf seine besondere Art, in der nicht ganz voll besetzten Halle auf seine Art begeistert.

„Sind Männerchöre noch zeitgemäß, können sie noch begeistern oder sterben sie gar aus“, diese Frage stellte Josef Schneiderhan, Vorsitzender des Männergesangvereins Steinhausen-Muttensweiler, bei der Begrüßung. „Wir möchten heute Abend die Antwort geben und zeigen, dass Männergesang auch heute noch lebt und begeistert“.

Den gesanglichen Reigen eröffneten die 38 Sänger vom MGV Steinhausen-Muttensweiler mit dem Lied „Oberschwaben“ gefolgt von einem klangvollen „Sängergruß“. Gefühlvoll und dynamisch feinfühlig ging es weiter bei „Durch’s Wiesatal gang i jetzt na“. Bei „Nix Amore“ übernahmen Chorleiter Matthias Wolf und Berthold Straub den Solopart mit lustigem und amüsantem Text. Mit „Ein Freund, ein guter Freund“ und der Zugabe „Hans bleib do“ endete der Kontzertteil des MGV. Matthias Wolf begleitete den überwiegend mit A- capella-Gesang und ohne Noten auftretenden Chor mit feinem Klavierspiel.

Der Männergesangverein Bonlanden trat unter Leitung von Victor Schätzle mit 20 Sängern ebenfalls ohne Noten und ganz A-capella auf. 10 Sänger waren wegen Krankheit nicht dabei. Mit „Heimat, liebe Heimat“ und „Alt wie ein Baum“ begannen sie mit traditionellem Liedgut. Der Oldie „Heimweh“ von Freddy Quinn und „Weit, weit weg“ von Hubert von Goisern erklangen vor dem als Zugabe präsentierten „Bajazzo“.

Der mit dem MGV schon lange befreundete Chor aus Bazenheid in der Schweiz, begann mit dem passenden Lied „Musik kennt keine Grenzen“ unter Leitung von Heidi Adam. Dem Applaus nach hatten sie für viele Besucher das schönste Lied dabei. Wie eine berührende Hymne erklang das abwechslungsreiche Liebeslied „Das ka nur Liebi si“ im schweizer Dialekt. Mit Zecherweisheit“ und der Zugabe „Drom breng mer Blueme, solang i Freud cha ha“ zeigten der Chor seine Klasse trotz ihres Problems bei „Boogie-Woogie“.

Als Chor mit einer ganzen Menge Testosteron kündigte der durch den Abend führende Matthias Wolf die knapp 50 Sänger aus Dettingen an. Mit dem Udo-Jürgens-Titel „Ihr von Morgen“, „Im Dorf wo ich geboren bin“ von den Dorfrockern und „Altes Fieber“ von den Toten Hosen brachten die Sänger um Tobias Schädler eine moderne und prächtig klingende Liedauswahl mit ins Konzert. Grandios trat Thorsten Schwarzbart bei „Can you feel the Love tonight“ als Solist in Erscheinung. Christoph Lang begleitete am Klavier. Mit „Auf das Leben“ und der Zugabe „Die Julischka von Budapest“ traten die Sänger aus Dettingen ab.

Wieder ein anderes Klangbild entstand beim Männerchor aus Eglofs unter Leitung von Sebastian Kaufmann, der den Chor auch am Klavier begleitete. Getragen begann der Chor mit „Morgenrot“, bevor „Weusd a Herz host wia a Bergwerk“ erklang. Das Lied „Hymn“, die „Schumpenballade“ und die Zugabe „Non, je ne regrette rien“ beendeten den Teil der 30 Sänger aus Eglofs. Den absoluten Höhepunkt des Abends bildete der von rund 160 Männerstimmen erschallende Gesamtchor der fünf Chöre. Stimmgewaltig drang das Lied „Von der Traube in die Tonne“ in den Saal.

„Die Idee zum Festival kam von Matthias Wolf“, sagte Vorsitzender Schneiderhan beim Schlusswort. Umgesetzt und organisiert habe es Helmut Welte. Es werde sicher nicht das einzige Festival bleiben, versprach Schneiderhan. Alle Chöre hätten heute auf ihre Weise etwas Besonderes geboten und ihr Bestes gegeben.

Drei sangesbegeisterte Besucherinnen aus Reinstetten waren vom Männergesang stark berührt. „Das war herrlicher Gesang und ein wunderschöner Abend“, meinten sie übereinstimmend. Auch Ingoldingens Bürgermeister Jürgen Schell zeigte sich begeistert. „Es war wirklich ein toller Abend mit schönem, abwechslungsreichem Gesang. Das Format mit fünf Chören gefällt mir sehr gut und ich bin überzeugt, dass beim nächsten Chorfestival die Halle brechend voll ist. Toll mit welcher Begeisterung die Männer gesungen haben“.

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