Manche Rentner müssen genau überlegen, wofür sie ihr Geld ausgeben.
Manche Rentner müssen genau überlegen, wofür sie ihr Geld ausgeben. (Foto: dpa)
Schwäbische Zeitung

Die Leser der „Schwäbischen Zeitung“ haben eine große Spendenbereitschaft gezeigt: Ewald Ziller, Initiator des Projekts „Warmes Mittagessen für Rentner in Not“ vermeldete am Montag, dass in Folge des in der „Schwäbischen Zeitung“ erschienen Artikels im November 2018 zahlreiche Spenden eingegangen sind. „Das macht mich so stolz und glücklich, dass die Menschen in unserer Region so großzügig und mitfühlend sind“, sagt Ziller. Nun sei es möglich, gezielt all jenen Rentnern in Bad Schussenried zu helfen, deren Rente nicht zum Leben reicht.

Dank der Spenden erhalten nun alle 20 Rentner, die das Projekt momentan unterstützt, jeden Monat zehn Gutschein für ein warmes Essen, vier Gutscheine für Kaffee und Kuchen und noch einen Gutschein für 30 Euro, um Lebensmittel zu kaufen. Zusätzlich seien zahlreiche Sachspenden eingegangen, mit denen der persönliche Bedarf der Rentner abgedeckt werden könne. „Das ist wirklich ganz toll“, freut sich Ziller. „Wir haben jetzt sogar ein kleines finanzielles Polster, um in der Not aushelfen zu können, wenn zum Beispiel jemand seine Strom- oder Heizkosten einmal nicht zahlen kann.“

Ganz wichtig sei ihm aber auch, dass dank der großen Spendenbereitschaft die Initiative nun auch Freikarten an die Rentner für kulturelle Veranstaltungen herausgeben kann. „Die vielen Spenden ermöglichen, dass diese Menschen wieder am öffentlichen Leben teilnehmen können, und das ist wirklich auch wichtig“, sagt er.

Wie viele ältere Menschen im doch eigentlich so reichen Landkreis Biberach unterhalb der Armutsgrenze leben, ist unklar, denn Scham spielt bei diesem Thema eine große Rolle. Allein in Bad Schussenried ist die Not bei 20 Rentnern jedoch so groß, dass sie die Hemmschwelle überwunden haben und sich von Ewald Ziller helfen lassen. Der ehemalige Polizist engagiert sich seit vielen Jahren im sozialen Bereich. Lange Jahre saß er im Schussenrieder Gemeinderat und leitete danach den Tafelladen. Vor ein paar Jahren rief Ewald Ziller dann das Projekt „Warmes Mittagessen für Rentner in Not“ ins Leben. Von den 20 Rentnern, die das Projekt aktuell unterstützt, sind die meisten allein stehende Frauen. Wie in dieser Generation üblich, hätten die meisten nicht gearbeitet, sondern sich zeitlebens um die Familie gekümmert. Nach dem Tod des Ehemanns stehen diese Frauen finanziell oft schlecht da.

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