Ist mit der Zustimmung der AG Halle Bad Schussenried der Weg bis zum strukturierten Variantenvergleich grob vorgezeichnet, bleibt offen, wie es danach weitergeht. Der Rechtsanwalt Frank Meininger vom Stuttgarter Büro Menold & Bezler, der täglich die öffentliche Hand in vergaberechtlichen Fragen berät, zeigte jedoch eine Alternative zum klassischen Weg auf: Der Klassiker ist, dass die Planer detaillierte Leistungsverzeichnisse erstellen und die Handwerkeraufträge dann Gewerk für Gewerk an den jeweils billigsten Bieter vergeben werden. Das habe seine Berechtigung, jedoch den Nachteil, dass man nicht verhandeln könne und erst bei Vergabe des x-ten Gewerks merke, wenn die Kosten aus dem Ruder laufen. Oftmals böten Firmen einen unrealistischen Preis, um den Auftrag zu erhalten, und berechneten später Nachträge.

Als Alternative präsentierte Meininger das Modell Planen und Bauen, bei dem ein Generalübernehmer zum Pauschalpreis beauftragt wird. Die Firmen überprüften die Orientierungsplanung und könnten aus ihrer praktischen Erfahrung heraus oft Optimierungsvorschläge einbringen. Über die Einzelheiten kann verhandelt werden. Sie arbeiteten beim Bauen mit regionalen Handwerkern zusammen, der Auftraggeber habe jedoch nur einen Ansprechpartner. Ein Vorteil sei obendrein, dass man anders als im klassischen Verfahren die Vergabe stoppen können, wenn die Planung zeige, dass das vorhandene Budget nicht reiche. „Dieses Verfahren braucht mehr Disziplin, aber es ist gut, wenn man sich nicht sicher ist, ob ich es mir leisten leisten kann“, sagte Meininger mit Blick auf die Halle in Bad Schussenried.

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