In 20 Jahren als Ortsvorsteher politisch einiges bewegt

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 Karl-Anton König blickt nach 20 Jahren als Otterswanger Ortsvorsteher und insgesamt 40 Jahren in der Kommunalpolitik zufrieden
Karl-Anton König blickt nach 20 Jahren als Otterswanger Ortsvorsteher und insgesamt 40 Jahren in der Kommunalpolitik zufrieden zurück. Auf das Erreichte ist er stolz. (Foto: Michael Mader)
Michael Mader

Ende September will und wird Karl-Anton König endgültig als Ortsvorsteher des Bad Schussenrieder Teilorts Otterswang ausscheiden. 20 Jahre hat der mittlerweile 67-jährige pensionierte Polizeibeamte in dieser Funktion für den Teilort und seine Belange gewirkt. Zudem kann er als Schussenrieder Gemeinderat und als Ortschaftsrat auf insgesamt 40 Jahre Kommunalpolitik zurückblicken.

Noch bekleidet Karl-Anton König kommissarisch das Amt, weil bislang kein Nachfolger gefunden werden konnte. „Die Suche hat sich nicht einfach gestaltet, die Stelle wurde ausgeschrieben und eine Entscheidung steht noch aus“, sagt König, doch am 30. September sei für ihn definitiv Schluss. „Ich übergebe ein bestelltes Feld, das macht mich ziemlich stolz und zufrieden“, sagt ein in sich ruhender Mann.

König hat nicht nur im Ortschaftsrat von Otterswang gearbeitet und den Teilort als dessen Ortsvorsteher nach außen und innen repräsentiert, sondern hat stets aufgrund seiner langen Erfahrung als Gemeinderat den Blick für die Gesamtstadt nie verloren. „Dieses politische Interesse und vor allem der Gestaltungswille wurde mir quasi in die Wiege gelegt“. Auch Vater Anton König war kommunalpolitisch tätig, damals im Gemeinderat des noch selbstständigen Otterswang, später dann in Bad Schussenried.

Vererbt wurde dem 1952 geborenen Karl-Anton offensichtlich auch die Parteizugehörigkeit. Was anderes als die CDU kam für den 1978 nach seiner Polizeiausbildung aus Tübingen nach Oberschwaben zurückkehrenden Mann nicht in Frage. „Trotz der damaligen unruhigen Zeiten“ mit den Nachwirkungen der 68er-Zeit bekannte sich König früh zu den Inhalten der CDU. „Diese Geisteshaltung stimmt bis heute weitgehend mit meiner überein.“

Vier Bürgermeister erlebt

Insgesamt vier Bürgermeister von Bad Schussenried erlebte Karl-Anton König in seiner politischen Arbeit. „Ich konnte eigentlich mit allen, im Vordergrund stand für mich immer die Lösung von Problemen und nie Parteiräson oder gar Ideologie“, erinnert sich König. Gegenwärtig mahnt König auch trotz aller schwarzen Nullen, die man in den städtischen Finanzen stets anstreben sollte, nicht die notwendigen Investitionen außer Acht zu lassen. „Früher oder später wird man davon eingeholt, auch wenn es auf den ersten und zweiten Blick enorme Ausgaben sind, die gestemmt werden müssen.“ Die jetzt anstehenden Projekte wie die Schulsanierung und auch die Lösung des Sporthallenproblems in Bad Schussenried seien „unabdingbar nötig“. Über die Ausgestaltung könne man natürlich trefflich streiten.

Mehr als 100 Leute zugezogen

Als Ortsvorsteher müsse man gute Kontakte pflegen zu Verwaltung und Gemeinderat, dann könne man die eigenen Zuständigkeiten, die man durchaus habe, nutzen. Grundlage dafür sei die solide Arbeit im neunköpfigen Ortschaftsrat gewesen. Durch sachliche Diskussionen und gute Argumente sei viel erreicht worden. Künftig gehe es darum, Otterswang mit seinen aktuell rund 950 Einwohnern weiterzuentwickeln, aber auch die Landwirtschaft nicht aus dem Auge zu verlieren. In Otterswang sind in den vergangenen 20 Jahren mehr als 100 Leute, insbesondere junge Familien, zugezogen. Rund 40 neue Bauplätze und die vorhandene Infrastruktur mit Kindergarten, Bäckerei, mehreren Gastwirtschaften und ein ausgeprägtes Vereinsleben haben für diese Neubürger gesorgt. „Das Dorf hat sich sehr gut entwickelt“, freut sich König. Auch die Zuschüsse, etwa aus dem ehemaligen Dorfsanierungsprogramm (jetzt ELR), seien in Otterswang schon vor seiner Zeit gut angelegt worden.

Als wichtige Projekte in seiner Amtszeit nennt König besonders gerne die Renaturierung der Schussen in Verbindung mit größerem Grunderwerb und viel Ökopunktepotential auf Gemarkung Otterswang. Durch zähes Ringen habe sich mal wieder gezeigt hat, dass man auch auf dem Dorf innovative Ideen verwirklichen kann. Natur, Landwirtschaft und Naherholung profitieren gleichermaßen von der Umgestaltung.

Weitere Stichworte in seinem Rückblick sind größere Sanierungen von Innerortsstraßen in Otterswang und die energetische Sanierung kommunaler Gebäude. Vieles, so König, wäre nicht ohne ehrenamtliche Arbeit möglich gewesen. Der Ortschaftsrat habe in den vergangenen 20 Jahren nicht nur am Beratungstisch gewirkt, sondern zusammen mit anpackenden Bürgern und Vereinsmitgliedern auch auf zahlreichen Baustellen. Büsche und Bäume wurden gepflanzt, Wege gepflastert, ein Jugendhaus und eine Leichenhalle gebaut und städtische Gebäude, darunter auch die Wendelinuskapelle in Hopferbach, saniert.

Noch eine Feuerwehr

Das nächste wichtige Projekt, das König noch mitangestoßen hat, ist der Bau des Radwegs zwischen Otterswang und Laimbach durch den Landkreis, der 2021 abgeschlossen sein soll. „Und wir haben noch eine eigene Feuerwehr“, ergänzt der gut gelaunte Pensionär. „Man kann Dinge bewegen, der Einstieg in die Politik lohnt sich“, fasst Karl-Anton König sein politisches Engagement zusammen. „Es hat mir sehr viel gegeben, was ich nicht missen möchte.“

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