Herbstmarkt lockt mehr als 11 000 Besucher ins historische Museumsdorf

Lesedauer: 4 Min
Familie Marquardt aus Erolzheim bestaunt das vielfältige Angebot an außergewöhnlichen Kürbissen auf dem Kürnbacher Herbstmarkt
Familie Marquardt aus Erolzheim bestaunt das vielfältige Angebot an außergewöhnlichen Kürbissen auf dem Kürnbacher Herbstmarkt (Foto: Laura Hummler)
Laura Hummler

Kinder klettern vergnügt auf Bäume, Erwachsene tauchen in ein breites Marktangebot ein: Im Kürnbacher Museumsdorf hat Herbstmarktstimmung in der Luft gelegen. 120 Händler bezogen das altbäuerliche Dorf, mehr als 11 000 Menschen empfing das Museumsteam an diesem Tag. In Anbetracht der milden 20 Grad mit Sonnenschein sagte Museumsleiter Jürgen Kniep: „Das schafft natürlich optimale Rahmenbedingungen.“ Außerdem gab es 360 Apfel- und 30 Birnensorten bei einer Ausstellung zu bestaunen.

Im Sortiment waren neben Haushaltswaren viele Herbstartikel wie Zier- und Speisekürbisse. Deren kuriose Namensträger waren unter anderem „Spagetti“ oder „Backofen“. Wer kein Risiko eingehen wollte, fand auch einen „gewöhnlichen“ Hokkaidokürbis. Dieser wurde auf der anderen Seite des Markts zu Suppe weiterverarbeitet und floss in zahlreiche hungrige Münder.

Außergewöhnliche Sorten

Pia Binder kommt mit ihrer Mutter Susanne seit Jahren auf den Markt, sie verkaufen in der Seilerei selbst geflochtene Körbe aus Weide. Zur Herstellung brauchen sie inklusive Trocknung des Materials vier Wochen. Das Flechten an sich dauert vier bis sechs Stunden. Der Zwölfjährigen gefällt am Markt, dass so viel Handgemachtes dabei ist. Einen Stand weiter stellt Hubert Störkle aus Heiligenberg Kartoffelsorten aus. Viele seiner Kunden wissen genau, dass sie seine seltenen Sorten nicht im Handel kaufen können. Am beliebtesten seien die Bodensee-Hörnchen, schildert er.

Sahnehäubchen des Markts war die Obstsortenausstellung in der Ziegelhütte. Neugierige fanden den Weg dorthin, um einerseits die vielen Apfel- und Birnensorten zu sehen, andererseits brachten viele ihre eigenen Äpfel aus dem Garten mit, um sie anhand der Ausstellung bestimmen zu können.

Doris Guth aus Attenweiler war in Begleitung einer Freundin auf der Ausstellung. „So ein schönes Ausflugsziel“, sagt sie. Beide schmunzeln erst einmal, als sie den „Ulmer Polizeiapfel“ erblicken. Auch andere kuriose Namen wie „Berner Rosenapfel“, „Himbeerapfel“ oder „Bananenapfel“ sind vertreten. Wem die Bestimmung des eigenen Apfels nicht gelang, der bekam von dem Pomologen, Alexander Ego, Hilfe. Er erweitert sein Sortenrepertoire von 80 bis 100 Sorten jedes Jahr um weitere vier bis fünf. Daher genügt meist schon ein einziger Blick auf den Apfel.

Wenn der aber noch nichts hergibt, schneidet Ego den Apfel auf und begutachtet das Kerngehäuse und die Gefäßbündellinie. Falls auch diese ihm noch nichts sagen, hilft der Geschmackstest. Äpfel aus dem Supermarkt zu bestimmen, sei für ihn ein Klacks: „Das sind sowieso meistens dieselben drei Sorten, im Supermarkt findet man heutzutage kaum mehr Vielfalt.“ Die Ausstellung ist noch bis 28. Oktober in Kürnbach zu sehen. Sonntags um 11 Uhr werden Führungen angeboten. Nach der Ausstellung werden die Äpfel zu Saft verarbeitet, worauf sich Ego freut: „Da gibt es dann einen Spezialapfelsaft aus 360 Sorten, das hat man auch nicht alle Tage.“

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen