Das Duo Sistere verband bei seinem Auftritt im Bibliothekssaal in Bad Schussenried verschiedene künstlerische Ausdrucksformen wi
Das Duo Sistere verband bei seinem Auftritt im Bibliothekssaal in Bad Schussenried verschiedene künstlerische Ausdrucksformen wie Gesang, Tanz und Lichtinstallationen. (Foto: Gerhard Trüg)
Gerhard Trüg

Eine nicht alltägliche Vorführung des Duos Sistere mit Gesang und Musik ist von den Besuchern im Bibliothekssaal in Bad Schussenried mit lang anhaltendem Beifall aufgenommen worden. Punkt 20 Uhr öffnete sich die Tür des Bibliothekssaals und die Besucher nahmen im geheimnisvoll abgedunkelten Saal ihre Plätze ein. Vorne in der Mitte war eine kleine Tanzbühne aufgebaut, die auf beiden Seiten von zwei Screens (Wandschirmen) flankiert wurde, welche, verschiedenfarbig angestrahlt mit indirektem Licht, unterschiedliche Stimmungen erzeugten.

Ganz mystisch begann das Programm mit rot angestrahltem Hintergrund, wo die Tänzerin abgewandt, mit Kapuzenmantel und eine brennende Kerze haltend, stand, während die Sängerin „Pie Jesu“ aus dem Requiem von Andrew Lloyd Webber vortrug.Begleitet wurde dieser Beginn von eingespielter E-Orgel und Orchestersound.

Duo Sistere (lateinisch: sich stellen – Stellung nehmen), das sind die Sopranistin Karina Aßfalg und Gitte Wax (Ausdruckstanz, Choreografie, Texte). Mit ihrem Programm „Sapere Aude – wage es weise zu sein“ wollen sie eine neue, Grenzen überschreitende Begegnung verschiedener, bislang getrennter Kunstformen auf die Bühne bringen. Sie wollen das Hörerlebnis mit weltlicher und sakraler, klassischer und moderner Musik, mit sensibel gestaltetem Ausdruckstanz in Verbindung mit einer künstlerisch abgestimmten Lichtgestaltung zu einer neuen Dimension erweitern. Das Erleben soll durch Texte von Gitte Wax vertieft werden. Für die beeindruckende Lichttechnik sorgte Martin Müller, für die Tontechnik Christian Heberle und für die Organisation hinter der Bühne Monika Rieber.

Wechselnde Kostüme

Die verschiedenen Musiknummern wurden jeweils in zauberhaft schönen und immer wieder neuen Kostümen präsentiert, so auch beim „Diva-Song“ (G. Donizetti/Eric Serra) aus dem Film „Das fünfte Element“ von Luc Besson, bei dem die beiden Künstlerinnen ganz in schwarz auftraten, ganz diabolisch wirkend. Die Opernsängerin Karina Aßfalg – mit Headset und gut abgemischter Lautstärke – gefiel durch die glockenklare Höhe ihrer Stimme, ihren großen Tonumfang und mit schöner Altfärbung in der Tiefe. Gitte Wax zeigte dabei, besonders als die Musik plötzlich einen rockig-poppigen Schwenk vollzog, ihr Tanztalent mit wildem Tanz.

Einfühlsam und mitreißend zugleich, mit weichem Timbre und großer Orchesterklangbegleitung sang Karina Aßfalg, auf dem Barhocker sitzend, „Run“ von Leona Lewis. Mit roten Flamenco-Gewändern wurde die „Habanera“ aus der Oper „Carmen“ von Georges Bizet zelebriert, bevor zur „Air“ aus der D-Dur-Suite von J. S. Bach der Text „Nicht jetzt“ vorgetragen wurde.

Alle Texte kamen aus dem Off und wurden, mit viel Hall versehen, mit sonderbar anmutendem mystischem Inhalt vorgetragen. Sie suggerierten eine Betroffenheit, wollten bedeutsam sein, wobei viel von Gefühlen, von „ich weiß nicht“ und so weiter die Rede war, ohne wirklich zu überzeugen oder noch weniger zum Kontext der anderen Darbietungen zu passen.

Wie in Trance

Ganz in weiß, mit weitem Gewand, drehte sich die Tänzerin im Stile der Derwische trancehaft immer im Kreis, zu der Bearbeitung von „Voi che Sapete“ (Sagt holde Frauen) von W. A. Mozart. Nach lang anhaltendem Beifall wurde, man ahnte es fast, der durch Andrea Bocelli und Sarah Brightman bekanntgewordene Song „Time to Say Good Bye“ aufgeführt.

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