Schüler des Beruflichen Gymnasiums Aulendorf haben die Abteilung für Suchterkrankungen des ZfP Südwürttemberg besucht. Ulrich vo
Schüler des Beruflichen Gymnasiums Aulendorf haben die Abteilung für Suchterkrankungen des ZfP Südwürttemberg besucht. Ulrich von dem Berge (obere Reihe rechts) erklärte die Behandlungskonzepte. (Foto: PRivat)
Schwäbische Zeitung

Bad Schussenried (sz) - Dass eine Abhängigkeit eine schwere psychische Krankheit ist, haben Schüler des Beruflichen Gymnasiums Aulendorf bei ihrem Besuch im ZfP Südwürttemberg erfahren. Die Schulklasse besichtigte die Abteilung für Suchterkrankungen, informierte sich über die Krankheitsbilder und sprach mit Abhängigkeitskranken.

Die Elftklässler des Beruflichen Gymnasiums belegen das Profilfach Gesundheit und Pflege und setzten sich im Unterricht bereits mit dem Thema Sucht auseinander. Dabei wollten sich die Jugendlichen und ihre Begleitpersonen ein Bild davon machen, wie Erkrankungen wie Alkohol-, Drogen- oder Medikamentenabhängigkeit im ZfP behandelt werden. Ulrich von dem Berge, pflegerischer Leiter der Suchtabteilung in Bad Schussenried, empfing die Gruppe und informierte sie über das Behandlungsangebot.

Das Suchthilfesystem in Deutschland bewertete der Abteilungsleiter als „sehr gut“, es gebe eine Vielzahl an Angeboten wie Tageskliniken und niederschwellige Hilfen. Insgesamt unterstütze man die Kranken auf ihrem Weg in die Abstinenz, bei dem Rückfälle auch dazugehörten und bearbeitet werden müssten. Von dem Berge führte durch die verschiedenen Räumlichkeiten wie Patientenzimmer, Therapie- und Behandlungsräume sowie das Isolierzimmer. Dort erklärte er die rechtlichen Bedingungen für eine Isolierung oder gar Fixierung, und dass dies nur in Ausnahmefällen bei der Gefahr einer schweren Fremd- oder Eigengefährdung durchgeführt werde. In diesen Fällen müsse ein Richter zur Genehmigung herangezogen werden.

Nach dem Rundgang hatte die Gruppe noch die Möglichkeit, mit Patienten ins Gespräch zu kommen. Offen stellten sich die Männer und Frauen den Fragen der Schulklasse und berichteten, wie es bei ihnen zu einer Alkohol- oder Drogenabhängigkeit kam. „Eine Alkoholsucht sieht man einem nicht unbedingt an“, stellte eine Patientin klar. Eine Abhängigkeit könne jeden treffen, man gleite in diese hinein.

Kranke warnen Schüler

Einer der Patienten zeigte die Gefahren von Alkohol auf und warnte vor einem zu laschen Umgang damit. Der junge Mann redete den Jugendlichen vor allem beim Thema neumodischer Kräutermischungen und Badesalze ins Gewissen. Die Wirkungen dieser Substanzen seien unberechenbar und könnten zu psychischen Ausnahmezuständen führen. Zum Ende bedankte sich die Schulklasse für die Offenheit der Betroffenen.

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