Das Festplakat zum diesjährigen Magnusfest.
Das Festplakat zum diesjährigen Magnusfest. (Foto: Dieter Ege)
Schwäbische Zeitung
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200 Jahre Geschichte in nur fünf Tagen erleben. Bereits zum 40. Mal feiern die Schussenrieder ab Donnerstagabend, 13. September, das Magnus-, Heimat- und Kinderfest. Trotz aller Tradition und Rückblicke in die Vergangenheit: Im Fokus stehen die Kinder.

Für Franz Mayerföls, Vorsitzender des Schussenrieder Vereins Brauchtumspflege Magnus,- Heimat- und Kinderfest ist es das schönste Fest im Jahr. Er ist seit der Geburtstunde des Magnusfestes 1978 mit dabei, organisierte vorher bereits das Kinderfest mit. Damals kamen die damalige Kinderfestkommission, die Stadt Bad Schussenried und die Kirchengemeinde St. Magnus aber überein, ein großes, gemeinsames Fest auf die Beine zu stellen.

Auch wenn das Fest für alle Schussenrieder gemacht ist. Für Franz Mayerföls stehen die Kleinen im Fokus. „Unser Fest ist zwar auch historisch. Aber beim Umzug sind die Kinder die Wichtigsten. Es laufen 2000 Kinder mit.“ Daher müsse der Umzug am Montag nicht perfekt über die Bühne gehen. Kämen die Kleinen nicht so schnell hinterher, gehörten Lücken eben dazu, sagt Mayerföls. Das Fest sei kindgerecht und kindgemacht, oder – wie Mayerföls mehrfach betont – zeige „die Kinder beim Spiel“. Das Fest werde auch zeitlich so abgestimmt, dass ja kein Kind das Magnusfest verpasse. „Wir starten zehn Tage nach den Schulferien, damit keiner mehr im Urlaub ist.“

In diesem Jahr steht ein Jubiläum an: Schon seit 40 Jahren feiern die Schussenrieder das Magnusfest. Einen Anlass für Programm sieht Mayerföls deswegen aber nicht. „Nein. Alles bleibt genauso, wie es ist. Wir sind sehr erfolgreich mit dem, wie es ist.“ Allein einen Ausbau der Wagenhalle habe man sich in diesem Jahr gegönnt. „In dem Anbau haben elf Wagen Platz. Vorher war die Halle einfach überfüllt.“ Dadurch, dass die Wagen nun weniger dicht beeinander stünden, könne man sie einfacher herrichten.

Vorbereitung läuft seit Wochen

Schon vor einigen Wochen hätten die Vereinsmitglieder die Reinigung und Nachbesserungsarbeiten an den Wagen abgeschlossen. Einen Tag vor dem Umzug am Montag kümmere sich die Stadtgärtnerei um den Blumenschmuck. Doch schon am Donnerstag starten die Schussenrieder in das verlängerte Festwochenende. Auch hier laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren. Am Donnerstagabend findet die Erstaufführung der Heimatstunde statt, Mangenfreitag stehen dann der Eröffnungsumzug und der Bieranstich an.

Die Stadtkapelle bereitet sich schon seit Wochen darauf vor. Sie begleitet den Bieranstich musikalisch unter dem Motto „die etwas andere Stadtkapelle“. Statt klassischer Blasmusik, die das restliche Festwochenende über vielfach zu hören sein wird, haben die Musiker Solis und volkstümliche Gesangsstücke vorbereitet. Beim Showprogramm ab 21.30 Uhr spielt die Blaskapelle zusammen mit der Combo Partyklassiker von 99 Luftballons bis Summer of ’69.

Nach dieser Aufwärmrunde können die Schussenrieder beim Seifenkistenrennen, Fußball oder auf dem Vergnügungspark die Zeit bis zum Festmontag überbrücken. Es ist der wichtigste Tag des Magnusfestes. Und der Aufwändigste zugleich. Damit der Umzug starten könne, müsse einiges koordiniert werden. So seien etwa die Kutschenfahrer weit verstreut und hätten teils eine vierstündige Anreise bis nach Bad Schussenried, sagt Mayerföls. 70 Pferdegespanne sind eingeplant. Über 200 Tiere legen die drei Kilometer lange Strecke durch die Stadt mit zurück.

Zwar ist es der Höhepunkt des Heimatfestes, aber Mayerföls ist froh, wenn alles glatt über die Bühne geht. „Wir haben sehr viel Verantwortung. Da bin ich schon angespannt. Bis jetzt ist aber noch nie etwas passiert.“

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