Der Frühlingsmarkt in Kürnbach ist eine Fundgrube für Gartenliebhaber

Lesedauer: 8 Min
Elmar Grathwohl

Mehr als 3000 Besucher hat der erste Frühlingsmarkt ins Kürnbacher Museumsdorf gelockt. Die Aussteller boten ihnen eine Vielfalt an Informationen und Angeboten für den eigenen Garten, wie sie sonst kaum irgendwo zu finden sind. Vor allem die historischen und seltenen Gemüsesamen und Kräuterarten sind bei den Besuchern sehr gefragt.

Museumsleiter Jürgen Kniep ist auf die Zusammenarbeit seines Teams mit den Händlern. Das Besondere am Kürnbacher Frühlingsmarkt seien die Vorträge und Workshops der Fachleute, die gerne ihr Wissen mit den Besuchern teilen. Aber die Besucher informieren sich nicht nur, sie können auch gleich die Gemüsesamen, Pflänzchen, Dünger und anderweitigen Produkten kaufen, die es braucht, um den eigenen Garten schmackhaft machen. Auch selbst gemachte Dekorationen wurden verkauft. So solle der Markt für den Gemüse- und Kräuteranbau und die Beschäftigung mit dem eigenen Garten werben. Angesichts des großen Interesses geht Kniep davon aus, dass der Markt nächstes Jahr wieder stattfindet.

Samentütchen und Erntetipp

Besonders beliebt bei den Besuchern ist Michael Schick aus Bronnen, der mit „Miches Tomatenvielfalt“ seinen Stand im Ziegenstall hat. Die Besucher fragen ihn nach seinem Vortrag um Rat beim Anbau der Tomaten. Da hat Schick 30 Jahre Erfahrung und sagt: „Angefangen hat alles mit einer Anzeige in einer Zeitung. Ein Lehrer hat mit seiner Klasse eine Tomatensamenproduktion betrieben und die Samen zum Verkauf ausgeschrieben.“ Von der Vielfalt begeistert, baut er seither die verschiedene und seltene Tomaten an, verkauft die Ernte und auch Samen – mehr als 800 Sorten hat er im Angebot und ist damit europaweit unterwegs. Seine 21 Lieblingsamen bot er in Kürnbach in einem Päckchen an und einen Tipp dazu: „Die Tomaten nicht zu früh anpflanzen, mit einer einfachen Überdachung draußen halten, nicht zu viel gießen, da sie sonst wässrig schmecken, und möglichst reif ernten.“

Hubert Störkle vom Kartoffelhof Störkle aus Heiligenberg zeigte in Körbchen eine Vielfalt an Sorten aus Bolivien, Chile, Mexiko, aus Island stammt die Raudar Island Kartoffel und die Siriuskartoffel war wohl eine der ersten Sorten, die in Europa angebaut wurden. Magnus Pfleghar aus Bodnegg ist mit seinen selbst gebauten Leiterwagen nach Kürnbach gereist und hat ein paar Weisheiten parat. Für ihn steht das Handwerk an erster Stelle und es ist ihm wichtig, dass es erhalten bleibt. Allerdings würden viele Menschen lieber billigere Leiterwagen im Großhandel kaufen, doch er zweifelt an deren Qualität: „Wer billig kauft, kauft zweimal.“ Bei ihm würden alle Bestandteile seiner geliebten Bollerwagen ausgiebig getestet, bevor er sie einbaut. Außerirdische Holzfiguren und das Geheimnis vom Rettichschneider

Herrmann Raschmann aus Altshausen hat seine Figuren aus Holz mit ins Freilichtmuseum gebracht. Mit seinem Geschäft hatte er vor zehn Jahren angefangen. Zuerst bat ihn seine Schwester, ihr eine Holzfigur für den Garten zu fertigen, gleich darauf wollte ihre Nachbarin auch eine. Heute streiten sich Kunden sogar um seine besten Stücke aus Holz und überbieten sich gegenseitig. Im Angebot hatte er unter anderem Holzfiguren, die er „Elchkopf“ und „Außerirdischer“ nennt.

Zuerst gerade, dann schräg

Gleich daneben sind Jürgen Brausch und Helmut Hagel aus Biberach zu finden, die ein spezielles Rettichholz anbieten. „Den Rettich in das Rettichholz legen, erst gerade und möglichst fein schneiden, dann um 180 Grad drehen und schräg schneiden“, so lautet das Geheimnis des perfekt geschnittenen Rettich, der sich wie eine Ziehharmonika auseinander ziehen lässt.

Mehr zum Thema
Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen