BUND veranstaltet Saatgutfestival in Schussenried

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Hunderte Sorten Saatgut, auch von Tomaten, werden angeboten.
Hunderte Sorten Saatgut, auch von Tomaten, werden angeboten. (Foto: Archiv)

Der Arbeitskreis „Wilde Gärtner“ des BUND Biberach veranstaltet am Samstag, 4.März, in Bad Schussenried in der Stadthalle ein Saatgutfestival. Zu kaufen gibt es Saatgut alter Pflanzensorten, die im normalen Handel nicht mehr angeboten werden und samenfestes Saatgut.

Die Idee für die Veranstaltung hatte Klaus Lang aus Wolfegg. Lang ist ein leidenschaftlicher Gärtner, seit mehr als 25 Jahren bemüht er sich, altes Saatgut zu erhalten. „Schon als Student habe ich einen Garten bewirtschaftet und mich für alte Nutzpflanzen interessiert“, erzählt er. „Ich fand es toll zu lernen, dass die Natur so viel mehr Sorten erfunden hat als die, die wir aus dem Handel kennen“, so Lang. Mit der Zeit erweiterte er den Bestand in seinem Garten immer weiter. Inzwischen besitzt er nach eigenen Schätzungen Saatgut von mehr als 500 Sorten. Jedes Jahr reist Lang Hunderte Kilometer zu verschiedenen Saatgutfestivals, um sich mit anderen, die die gleiche Leidenschaft teilen, auszutauschen.

30 Aussteller und ein Tauschtisch

Gemeinsam mit den Wilden Gärtnern organisiert Lang nun die Veranstaltung in Bad Schussenried. Da er in der Szene gut vernetzt ist, ist es ihm gelungen, 30 Aussteller für Bad Schussenried zu gewinnen. An den Ständen werden zahlreiche Saatgutraritäten präsentiert – vergessene Gemüsesorten, Kräuter, Duft-, Färbe- und Hexenpflanzen. Diverse Vorträge, Informationsstände und ein Kinderprogramm ergänzen das Angebot. Ein Tauschtisch bietet die Möglichkeit mitgebrachtes, selbst gewonnenes Saatgut zu tauschen. In den Vorträgen geht es unter anderem um die Gewinnung von Saatgut, Permakultur und effektive Mikroorganismen.

Andrea Heber von den Wilden Gärtnern ist sehr gespannt, wie groß der Andrang am 4. März sein wird. „Nicht allen Menschen ist klar, dass es sich bei den Samen, die sie im normalen Handel kriegen, um Hybride oder neue Sorten handelt“, erklärt sie. Ziel der Veranstaltung und ihrer Gruppe sei es, vergessene Obst- und Gemüsesorten wieder bekannter zu machen und für den Erhalt historischer Sorten zu kämpfen. Der Unterschied zwischen hybridem und samenfesten Saatgut: Die Hybriden eignen sich nicht zur Weitervermehrung.

Die Gruppe der Wilden Gärtner, deren Mitglieder aus dem gesamten Landkreis Biberach kommen, hat sich ebenso wie Lang dem Erhalt alter Kulturpflanzen verschrieben. Alle ein, zwei Monate treffen sie sich zum Stammtisch und tauschen ihre Erfahrungen und selbst gewonnenes Saatgut aus. „Im Supermarkt erhalten wir immer die gleichen zwei, drei Sorten Tomaten, doch die Natur hat so viel mehr zu bieten“, wirbt Heber für ihr Anliegen. In ihrem eigenen Garten hat die junge Frau den Winter über alte Salatsorten angebaut, die man im Herbst pflanzt und im Frühjahr erntet, wie etwa den Winterbutterkopf. „Das Saatgut für diese Sorten haben nur noch Spezialisten“, weiß sie.

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