Die Schülersprecher Anna-Maria Swora und Markus Bleyer (v. l.) interviewten Susanne Diesch, Claus Heinzelmann, Wolfgang Dangel,
Die Schülersprecher Anna-Maria Swora und Markus Bleyer (v. l.) interviewten Susanne Diesch, Claus Heinzelmann, Wolfgang Dangel, Albert Daiber und Hannah Müller. (Foto: Michael Mader)
Michael Mader

Vor allem für Erstwähler stellt sich die Frage, wen sie wählen sollen. Um die Entscheidung zu erleichtern, hat das Schussenrieder Caspar-Mohr-Progymnasium am Donnerstag Vertreter aller drei Listen für die Kommunalwahl zu einer Podiumsdiskussion eingeladen. Die beiden Schülersprecher Anna-Maria Swora und Markus Bleyer interviewten die Teilnehmer.

Zur Diskussion kamen Susanne Diesch (Schussenrieder Bürger), Claus Heinzelmann und Wolfgang Dangel (Freier Wähler), Hannah Müller (BWL) und Gemeinderat Albert Daiber, der allerdings nicht mehr antritt.

Rund 50 Schüler der Klassen acht bis zehn hatten sich im Fach Gemeinschaftskunde auf die Veranstaltung vorbereitet. Einige davon trauten sich dann auch nach einer kurzen Vorstellungsrunde der Kandidaten diese mit ihren Fragen zu konfrontieren. Zwei Dinge standen dabei im Mittelpunkt: Was soll oder muss in Bad Schussenried besser werden und warum solle man gerade diesen Kandidaten oder dieser Kandidatin wählen?

Wer welche Ziele hat

„Interessante Fragen“, kommentierte Wolfgang Dangel, selbst einst Schülersprecher und langjähriger Elternbeiratsvorsitzender am Caspar-Mohr-Progymnasium. Für ihn müssen die laufenden Projekte wie die Sanierung der Sporthalle und des Schulcampus möglichst schnell abgearbeitet werden. Zudem wolle er sich für eine Öffnung der Schussen einsetzen. Für Kinder- und Jugendarbeit werde in Bad Schussenried vergleichsweise ziemlich viel Geld ausgegeben. „Allerdings können wir kein Jugendhaus für vier Millionen Euro hinstellen, wie es Biberach getan hat“.

Für Hannah Müller von der BWL, mit 18 Jahren mit Abstand die jüngste Kandidatin und auch ehemalige Schülerin des Progymnasiums, ist ein Jugendhaus nicht absolut notwendig. Eine Stärkung der Buden, die ja von vielen Jugendlichen frequentiert werde, läge ihr mehr am Herzen. Susanne Diesch setzt auch im neuen Gemeinderat auf Streitkultur, allerdings mit deutlich mehr Akzent auf Stil und Umgang. Am Ende müsse immer ein Kompromiss stehen, der Bad Schussenried und deren Bürger diene und weiterbringe. Diese sieht auch Claus Heinzelmann als eine der wichtigsten Aufgaben an. Nur deutlich schneller müsse es künftig gehen. Gemeinderätin Diesch forderte die Schüler dazu auf, mehr den Schussenrieder Einzelhandel zu nutzen, als im Internet einzukaufen. Das schone die Ökobilanz, die Mitarbeiter von Paketdiensten und helfe dem heimischen Handel. Zudem befürworte sie wie auch Hannah Müller die Wahl eines Jugendparlaments. Dadurch könnten sich die Jugendlichen viel besser artikulieren und hätten auch mehr Einfluss auf die Stadtpolitik.

Auf die Frage, warum man gerade die anwesenden Kandidaten wählen sollte, sagten Hannah Müller und Wolfgang Dangel unisono, dass es ihr Alter sei, was dafürspreche. Einerseits die jugendliche Unbekümmertheit, andererseits die große Erfahrung. Albert Daiber hofft, dass auch im neuen Gemeinderat die Teilorte gehört werden und deren Interessen im Vergleich zur Kernstadt nicht untergehen. Susanne Diesch würde sich freuen, wenn bei der Wahl ihr Mut belohnt werden würde, sich als Einzelkämpfern gemeinsam mit ihrem Sohn dem Wählervotum zu stellen und die Arbeit im Gemeinderat fortzusetzen.

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