43 Künstler zeigen ihre Werke bei Schussenrieder Kulturnacht

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Michael Mader

Die Kulturnacht in Bad Schussenried hat die Menschen am Samstagabend in doppelter Hinsicht bewegt. An insgesamt 15 Ausstellungsorten der Stadt, die mit einem Shuttle-Bus gut zu erreichen waren, präsentierten 43 Künstler aus Oberschwaben und darüber hinaus ihre Werke. Zudem waren die Gäste beeindruckt von der Schaffenskraft und Ausdrucksstärke der oberschwäbischen Kunstszene.

So etwa bei der Ausstellung der Künstlergruppe „Consequent“ im Kloster – der ersten Ausstellung Gruppe überhaupt. Die sechs Frauen aus dem Großraum Ulm hatten sich bei einen Workshop einer Kunsttherapeutin kennengelernt und Lust, sich weiter künstlerisch zu verwirklichen. So entstand auch das gemeinsame Erstlingswerk „Gaia“. „Wir arbeiten unter anderem mit Naturmaterialien, Pimenten und Gewürzen. Mit allem, was man draußen findet“, erklärt Susanne Schmatz-Missel.

Nicht ganz so groß, aber auch mit viel Liebe hergestellt, sind ein paar Räume weiter im Kloster die Kunstwerke von Ute Kledt aus Konstanz: Die fast 100 Portraits auf Papptellern („The Pappies") unterliegen einer besonderen Hängung. Die Anordnung ist „organisch“ und lebt durch Improvisation. Anders gesagt: Es darf ruhig auch was schief hängen.

Auf dem Marktplatz auf der großen Bühne steht die Musik im Mittelpunkt. Somersalt, Tom Slam und Diana Ezerex sorgen dafür, dass bei dem Einen oder Anderen Hände und Füße in Bewegung geraten. Ganz besonders auch beim Auftritt der Tanzgruppe der JES-Musikschule. Auch Bad Schussenrieds Bürgermeister Achim Deinet ist begeistert. „Diese Einrichtung tut der Stadt gut wie die gesamte Kulturnacht überhaupt“, betont Deinet. „Die Veranstaltung hat sich etabliert und bietet für jeden Kulturinteressierten ein besonderes Angebot.“

Nur ein paar Schritte weiter in der Kreissparkasse zeigt Annette Schmucker ihre Öl- und Acrylgemälde. Die Künstlerin, die in Aulendorf ihr Atelier hat, beschäftigt sich mit dem Thema Licht und Weite. Dagegen ist der 16-jährige Schussenrieder Paul Britsch noch bei den Anfängen. „Es macht mir einfach Spaß, Bilder auf die Leinwand zu zaubern und meine Emotionen einzubringen.“

35 Fasnetskultur in Kunstform

Neun Bilder hat der Schüler bislang gemalt, unterstützt von einer Kunstlehrerin der Jugendkunstschule in Bad Saulgau. Schüler des Caspar Mohr Progymnasiums haben sich sich in ihrer Foto-AG mit Blumen und Tierfotografien beschäftigt. Herausgekommen ist ein beachtenswertes Abbild dieses Kurses.

Viel Spaß haben die Besucher auch am Ende des Abends im Schussenrieder Teilort Roppertsweiler. Dort wird alljährlich am Fasnetsfreitag der Hausumzug gefeiert. Ins Leben gerufen von den Roppertsweiler Hexen ist der Umzug ein fester Bestandteil der Schussenrieder Fasnet geworden. Über 35 Jahre Fasnetskultur informiert die Ausstellung eindrucksvoll in Wiedmers Tenne mit Bildern, Kostümen und Accessoires. Ein Stück Heimat zum Anfassen.

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