35 Kandidaten treten in Bad Schussenried bei der Gemeinderatswahl an

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 Die Kandidaten der Bürgerlichen Wähler Liste wollen sich für einen verantwortungsvollen Umgang mit den städtischen Finanzen ein
Die Kandidaten der Bürgerlichen Wähler Liste wollen sich für einen verantwortungsvollen Umgang mit den städtischen Finanzen einsetzen. (Foto: privat)

Drei Wählergemeinschaften werden am 26. Mai bei der Gemeinderatswahl in Bad Schussenried antreten. Zwei davon sind neu: die Bürgerliche Wähler Liste (BWL) und die Schussenrieder Bürger.

Auf der Liste der Schussenrieder Bürger stehen nur zwei Namen: Susanne Diesch und Gregor Heß. Die Busunternehmerin gehörte einst zur CDU-Fraktion, schied im Januar 2016 aus persönlichen Gründen jedoch aus. Seitdem war die Gemeinderätin fraktionslos. Ihr Sohn Gregor möchte sich vor allem für die Belange der Jugend einsetzen.

„Ich finde es wichtig, dass junge Menschen mit neuem Gedankengut nachrücken“, sagt Diesch. Gemeinsam wollen die beiden sich dafür einsetzen, den Zellersee wieder attraktiv für Familien und Jugendliche zu machen, die Standortsuche für das neue Jugendhaus vorantreiben und dafür sorgen, dass es bei den Themen Sporthalle und Schulsanierung vorwärts geht.

Auf der Liste der BWL steht Annemarie Vollmar an erster Stelle. Die Bauingenieurin sitzt momentan für die CDU im Gemeinderat, zusammen mit Peter Vollmer, der ebenfalls wieder antritt. Ihre jetzigen CDU-Fraktionskollegen Norbert Bader, Albert Daiber, Gerhard Delle und Franz Frick treten dagegen nicht mehr an.

Dafür finden sich einige neue interessante Namen auf der Kandidatenliste der BWL. Der Oberleutnant a.D. und ehemalige Bürgermeisterkandidat Christoph Schwarz tritt für die BWL an, genau so wie Walter Seifert, der durch seinen Einsatz für die Siedlung Torfwerk bekannt geworden ist.

Das sind die Kandidaten der Freien Wähler.
Das sind die Kandidaten der Freien Wähler. (Foto: privat)

Die Freie Wählervereinigung (FW) setzt hingegen auf Kontinuität. Es treten alle jetzigen Gemeinderatsmitglieder wieder an: Wolfgang Dangel, Frank Landthaler, Thomas Maier, Frank Spähn und Angelika Wiedmer. „Wir wollen gute Vertreter der Bürger sein. Wir werden uns in der kommenden Wahlperiode erneut für die Schulsanierung und das Thema Sporthalle starkmachen“, sagt Dangel.

„Unser Ziel ist es, dass die Bürger wieder zu uns aufblicken und die Arbeit des Gemeinderats schätzen. Wir hoffen, dass sich dann in Konsequenz in fünf Jahren wieder mehr Bürger für den Gemeinderat aufstellen lassen werden.“

Wenige Frauen vertreten

Nur wenige Frauen haben sich in Bad Schussenried für die Gemeinderatswahl aufstellen lassen. Bei der BWL sind es drei, bei den Freien Wählern immerhin vier. Zusammen mit Susanne Diesch sind das acht Frauen bei insgesamt 35 Kandidaten.

„Wir hätten gerne noch mehr Frauen auf der Liste gehabt“, erklärt Peter Vollmer. Trotz intensiver Bemühungen sei es jedoch leider nicht möglich gewesen, weitere Kandidatinnen zu finden.

Ein erneuter Blick auf die Liste zeigt, dass, beruflich gesehen, sich ein breiter Querschnitt durch die Schussenrieder Bevölkerung ergibt. Zur Wahl stehen sowohl Drucktechniker, Bauingenieure, Industriemechaniker, eine zahnmedizinische Fachangestellte und ein Landwirt. Erfreulich ist, dass sich einige junge Kandidaten auf den Listen finden.

Jüngste Kandidatin ist 18 Jahre alt

Hannah Müller (BWL) ist die jüngste Kandidatin in Bad Schussenried. Die 18-Jährige befindet sich in der Ausbildung zur Industriekauffrau. 21 Jahre jung ist Gregor Heß. Der älteste Kandidat ist Notariatsabwickler Wolfgang Dangel von den Freien Wählern mit 65 Jahren.

Bei aller Vielfalt gebe es bei den Kandidaten der BWL ein gemeinsames, übergeordnetes Ziel, teilt die Wählergemeinschaft in einer Pressemitteilung mit. Bad Schussenried solle eine ebenso lebenswerte wie handlungsfähige Kommune bleiben. Für die BWL bedeute das, auch in Zeiten von Niedrigzinsen verantwortungsvoll mit den städtischen Finanzen umzugehen und sorgsam abzuwägen, welche Investitionen getätigt werden können, ohne sich zu übernehmen.

Bedürfnisse der Senioren und Jugend im Blick 

„Wir wollen keinen Schuldenberg anhäufen, den unsere Kinder und Enkel noch abbezahlen müssen“, sagt Vollmer – und bleibt damit dem Kurs treu, den er auch jetzt schon verfolgt. Zur Generationengerechtigkeit gehöre für die BWL in Zeiten einer immer älter werdenden Bevölkerung aber auch, die Bedürfnisse der Senioren genauso im Blick zu behalten wie die der Jugend.

 Susanne Diesch tritt erneut und dieses Mal mit einer eigenen Liste an. Mit auf der Liste steht ihr Sohn.
Susanne Diesch tritt erneut und dieses Mal mit einer eigenen Liste an. Mit auf der Liste steht ihr Sohn. (Foto: Ege/Archiv)

Als weitere wichtige Themen hat sich die BWL daher zum Beispiel die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum, den öffentlichen Nahverkehr und eine nachhaltige Stadtentwicklung auf die Fahnen geschrieben.

Dringende Projekte angeschoben

Er wolle den erfolgreich eingeschlagenen Weg der Haushaltskonsolidierung weitergehen, sagt Peter Vollmer. „Außerdem haben wir viele dringende Projekte angeschoben, zu denen wichtige Entscheidungen noch anstehen“, ergänzt seine Fraktionskollegin Annemarie Vollmar.

Dies seien zum Beispiel die Schulsanierung oder der Neubau eines Kindergartens, erklärt die Bauingenieurin weiter. Für beide war deshalb klar, dass sie im Gemeinderat weitermachen wollen, auch wenn ihre bisherige Fraktion nicht mehr antritt.

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