Wommy Wonder verzückt am Federsee

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 Wommy Wonder und „Schwester Bärbel“ bringen die Zuschauer in Alleshausen zum Lachen.
Wommy Wonder und „Schwester Bärbel“ bringen die Zuschauer in Alleshausen zum Lachen. (Foto: Alexander Speiser)
Alexander Speiser

Der Sportverein Eintracht Seekirch rief. Und nicht wenige Zuschauer folgten dem Ruf zu einem überaus heiteren Abend in der Federseehalle in Alleshausen: Fräulein Wommy Wonder und Schwester Bärbel heizten dem Publikum mit einem gut zweistündigen Programm kräftig ein und zeigten, welche Klasse in ihnen steckt.

Wommy Wonder alias Michael Panzer wurde in Riedlingen geboren und stand bereits mit 17 erstmals auf der Bühne. Der bekannte Travestiekünstler feiert in diesem Jahr sein 35-jähriges Bühnenjubiläum. Man darf dem örtlichen Sportverein gratulieren, dieses kulturelle Highlight auf die Bühne gebracht zu haben. Auch die zahlreichen Besucher, gaben zum Ausdruck, dass es sich um einen heiteren, bisweilen auch besinnlichen Abend handelte.

„Schwester Bärbel“, die kongeniale Partnerin von Wommy Wonder, führte in den Abend ein, indem sie den „Fluggästen“ erklärt wo die Notausgänge sind, aber auch wo sich die Toiletten befinden. Allein schon ihr schrilles Outfit mit dem lückenhaften Gebiss und den weit hervorstehenden Zähnen sorgten für Lacher. Als sie dann noch mit ihren schlaksigen Armen wedelte und Grimassen schnitt, dass man meinte, sie renke sich den Kiefer aus, brüllten die Zuschauer vor Lachen. Inmitten bester Stimmung erscheint „Sie“ wie eine Gestalt aus einem Märchen. Wommy Wonder setzt sich mit ihren zum Markenzeichen gewordenen überdimensionalen Plastikperücken derart gekonnt in Szene, dass alle hin und weg sind.

Ein Star zum Anfassen

Mit einer gekonnten Mischung aus teils heiteren, teils melancholischen Songs und umwerfenden Gags unterhält sie die Besucher, wechselte dazwischen die Garderobe, einschließlich Kopfschmuck, um im letzten Akt Elfriede Schäufele darzustellen. Das ist die umtriebige schwäbische Putzfrau mit der einmaligen Lockenwicklerperücke. Mit Gags wie dem trockenen Plätzchen, das sie sucht, oder das Parfum, das bei Schwaben nach Maultaschen riecht, hat sie die Lacher auf ihrer Seite. Das gilt insbesondere dann, wenn sie von ihrem pompösen Kleid, ein umgearbeiteter Duschvorhang des Erzbischofs von Limburg, berichtet. Ihr Lieblingstier sei zudem das halbe Hähnchen.

Michael Panzer ist ein Naturtalent und als Wommy Wonder mit 35-jähriger Bühnenpräsenz ein echter Profi. Wommy Wonder ist aber auch nahbar und zum Anfassen, wenn sie nach dem Ende des Auftritts mit den Besuchern plauscht und gerne Autogramme gibt. Bleibt nur noch zu hoffen, dass das Krankenhaus Riedlingen nicht für immer geschlossen wird, in dem große Talente wie Michael Panzer oder Fußballprofi Mario Gomez das Licht der Welt erblickt haben.

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