Wiener Schmäh, Heurigen und eine schöne Gemeinschaft

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Die Buchauer Faustballer vor einem der Wahrzeichen Wiens, dem Prater.
Die Buchauer Faustballer vor einem der Wahrzeichen Wiens, dem Prater. (Foto: privat)
Schwäbische Zeitung

Dass die deutschen Faustballer seit vielen Jahren Welt- und Europameister sind, ist sicherlich wenigen bekannt. Dass die Österreicher stets bemüht sind, den Deutschen beide Titel streitig zu machen ebenso. Wohl allen bekannt ist aber, dass Wien zu den schönsten und attraktivsten Städten Europas gehört. Warum also nicht einmal in die Hauptstadt des ewigen Rivalen reisen, dachten sich die Buchauer Faustballer im März dieses Jahres.

Mit dem Zug ging es für vier Tage zum ehemaligen Hauptsitz der Habsburger und auch eine Checkliste war vor der Reise schnell erstellt: Den Heurigen besuchen, ein echtes Wiener Schnitzel essen, einen Verlängerten mit einer Sacher-Torte genießen, die kulturellen Attraktionen der Stadt bewundern und das Wiener Nachtleben erkunden – die Erwartungen waren also groß.

Doch um wie viel größer wurden die Augen, als die Faustballer sich auf ihre Erkundungstour durch die Wiener Straßen machten und beeindruckt die monumentalen Bauten der vergangenen habsburgischen Monarchie betrachteten. Geführt von einer echten Wienerin durchstreifte die Gruppe die verschiedenen Epochen der Geschichte, lauschte gebannt dem Aufstieg und Niedergang der Herrscherhäuser und fühlte sich dadurch an manche Schlacht auf dem Faustballfeld erinnert, wenn man zusammen glorreiche Siege erkämpft und dramatische Niederlagen erleidet.

Abends ging es tief hinab in die steinernen Gewölbekeller, in denen zu typisch Wiener Spezialitäten der liebliche und süffige Heurige getrunken wurde und ein alter Wiener mit dem Akkordeon den stimmgewaltigen Chor der Faustballer weckte, zugleich aber auch in jeder Singpause das Leid mit seiner ihm angetrauten „Raunzerin“ im besten Wiener Schmäh von sich gab, um danach seine Sorgen mit einem Lied und einem Glaserl Wein zu vertreiben.

So bleibt den Faustballern eine unvergessliche Zeit in Erinnerung, von all den prächtigen Bauwerken, von den Wiener Essspezialitäten, von der Zeit der großen Herrschergeschlechter, vom berühmten Schmäh und der Gastfreundlichkeit der Wiener – aber vor allem die Freundschaft und Verbundenheit der Faustballgemeinschaft – „habe d’ Ehre – schee war´s in Wien!“

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