Weniger Schüler, weniger Familien

Lesedauer: 5 Min
Kassenprüfer Karl Heinz Kleinau (rechts) empfahl dem Altertumsverein, sämtliche Bereiche auf ihr Einsparpotenzial zu überprüfen.
Kassenprüfer Karl Heinz Kleinau (rechts) empfahl dem Altertumsverein, sämtliche Bereiche auf ihr Einsparpotenzial zu überprüfen. (Foto: Annette Grüninger)

Hinter dem Federseemuseum liegt ein schwieriges, ja desaströses Jahr. Nach der Neugestaltung der Dauerausstellung konnte der Vitrinenteil des Museums erst im September eröffnen. Dieser Umstand schlägt sich freilich in den Zahlen nieder, die Kassenverwalter Dietmar Rief bei der Mitgliederversammlung des Altertumsverein Bad Buchau vorgestellt hat. So sind die Einnahmen aus den Eintritten 2017 um mehr als 32 000 Euro eingebrochen.

2017 gilt wegen der besonderen Umstände als Ausnahmejahr, das wurde auch in der Diskussion während der Mitgliederversammlung immer wieder betont (SZ berichtete am Samstag, 14. April). Vergleiche zu den Vorjahren fielen deshalb schwer, so Kassierer Dietmar Rief. In seinem Kassenbericht zog er dennoch 2015 als Vergleichsjahr heran; die Große Landesausstellung 2016 stand unter der Regie des Landes.

So stehen 114 870 Euro Eintrittsgelder im Jahr 2015 knapp 82 120 Euro 2017 gegenüber. Am meisten waren die Einbußen bei den Schülern (minus 3570 Euro), bei Gruppen (minus 10 050 Euro) und Familien (minus 9420 Euro) zu spüren. 2015 beliefen sich etwa die Eintrittsgelder für Familien auf knapp 26 400 Euro, 2017 dagegen auf schwache 16 980 Euro. Bei den regulären Einzelbesuchern blieben die Zahlen dagegen relativ konstant (2015: 45 140 Euro, 2017: 34 400 Euro); bei den ermäßigten Einzeleintritten nahm das Federseemuseum 2015 gut 10 810 Euro ein, 2017 dagegen waren es nur 5270 Euro. Jahreskarten brachten 2015 Einnahmen von 634 Euro, 2017 von 400 Euro.

Weniger Besucher bedeutet auch weniger Führungen und Projekte – auch in diesem Bereich sanken die Einnahmen im Vergleich zu 2015 um 5340 Euro von knapp 46 490 auf 41 140 Euro. Insgesamt beliefen sich die Einnahmen aus Dienstleistungen auf 48 180 Euro (2015: 54 120 Euro). Dagegen lief der Museumsshop relativ gut. 2017 wurden trotz geringer Besucherzahlen sogar mehr Waren verkauft, hier stiegen die Einnahmen um 3450 Euro von 28920 Euro im Jahr 2015 auf 32 370 Euro. Insgesamt belaufen sich die Einnahmen 2017 auf 231 030 Euro. Darin enthalten sind auch Spenden, wobei eine Zuwendung der Stiftung BC der Sparkasse für 2017 erst in diesem Jahr überwiesen wurde.

Auf der Ausgabenseite wirken die geringen Besucherzahlen zunächst ebenfalls kostensenkend. Die Kosten für Dienstleistungen (insgesamt knapp 20 480 Euro) gingen ebenfalls um 15 980 Euro zurück, da weniger Führungen, Projekte, und archäotechnische Vorführungen nachgefragt wurden. Auch eine Sonderausstellung gab es im vergangenen Jahr nicht. Ausgaben für Strom und weitere Betriebskosten beliefen sich auf lediglich 10 710 Euro, 6150 Euro weniger als 2015. Die Sachkosten (etwa Werbung, Bürobedarf, Fahrt- und Reisekosten) beliefen sich effektiv auf rund 12 000 Euro und sanken gegenüber 2015 um rund 7000 Euro.

Gestiegen sind dagegen die Kosten für das Personal, das den Großteil der Ausgaben ausmacht. Die Gehälter für Museumsleiter, Museumspädagoge, Museumsassistentin, Arbeiter, Aushilfen, Praktikanten, Reinigungspersonal und Museumswärterinnen summierten sich 2017 auf rund 165 440 Euro (2015: 150 740 Euro). In den Mehrkosten von 14 690 Euro sei eine gewisse Lohnsteigerung enthalten, erklärte Kassierer Rief. Zudem sei das Weihnachtsgeld für 2016 erst im Januar 2017 ausbezahlt worden. Um rund 1560 Euro haben sich auch die Ausgaben für den Wareneinkauf erhöht (2017: 11 600 Euro).

In der Summe stehen so laufende Einnahmen von 231 030 Euro laufenden Ausgab den in Höhe von 286 240 Euro gegenüber. Unterm Strich steht damit ein Defizit von 55210 Euro, das durch die Stadt Bad Buchau ausgeglichen wird.

Mehr zum Thema
Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen