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Gesundheit ist Walter Hummlers Beruf. Reha, Prävention, medizinische und therapeutische Dienstleistungen sind Bereiche, mit denen sich der Geschäftsführer der Moorheilbad Buchau gGmbH praktisch täglich beschäftigt. Doch auch privat achtet Hummler auf seine Ernährung, macht jeden Morgen Nordic Walking – und ist auch beim Wandern gerne draußen unterwegs. Sein Wandertipp führt natürlich in seine Heimat Oggelshausen.

Der Wanderparkplatz am Oggelshauser Skulpturenfeld ist der ideale Startpunkt für eine Tour durch Wald, Flure und Moorlandschaft. Doch statt auf der befestigten Hauptstrecke Richtung Steinhausen loszumarschieren, empfiehlt Walter Hummler einen Abstecher seitlich in den Wald. Auf weichem Waldboden gelangt man hier nach einigen Metern zum „Federstein“, eine mit Moos bewachsene Skulptur des britischen Künstlers Peter Randall-Page. Außen rau und unbearbeitet, offenbart der in zwei Hälften gespaltene Stein innen eine glatte, gewundene Struktur, ähnlich eines Gehirns. „Mich spricht das sehr, sehr an“, sagt Hummler. „Das erinnert mich an Yin und Yang: zwei Hälften – und es gehört doch irgendwie zusammen.“ Zwei gegensätzliche Kräfte also, die dennoch harmonieren. Alles in Balance.

Im Winter ein Geheimtipp

Wer ihn kennt, wird diese Eigenschaft auch bei Walter Hummler bemerken. Der Chef des Buchauer Kurzentrums wirkt selbst dauertiefenentspannt. Was ist sein Geheimnis? Hummler lacht. „Wir sind ja alle so getriggert, immer die Problem zu sehen. Aber das ist überhaupt nicht hilfreich.“ Statt in Problemen habe er sich antrainiert in Lösungen zu denken. „Wenn mich jemand ärgert, sage ich immer: ,Ich will nicht wissen, wie’s nicht geht – ich will wissen, wie’s geht.’“ Ein Ansatz, meint der 52-Jährige, der auch in der Politik ganz gut täte.

Bei einem Waldspaziergang fällt das gar nicht so schwer. Erholung pur: das frische, satte Grün der Buchen, der Gesang der Vögel, die Ruhe – und da in der Ferne huscht tatsächlich ein Reh über den Weg. Wer solche Waldeinsamkeit sucht, sollte aber wohl eher unter der Woche herkommen, meint Hummler. An schönen Sonntagen werde der Weg von Spaziergängern, Radlern, E-Bikern und auch Reitern bevölkert. „Aber im Winter ist das auch eine tolle Strecke, da will kein Mensch etwas von einem.“

Nach etwa eineinhalb Kilometern ist schon die erste Rastmöglichkeit erreicht. Die Rotbachhütte gewährt auch einen gewissen Schutz, wenn der Wanderer vom Regen überrascht wird. „Wir befinden uns hier im Gewann Untere Schienen“, erklärt Hummler. Der Schienenhof habe davon seinen Namen erhalten.

Am Waldrand angelangt, liegt der Weiler auch schon ganz in der Nähe. Wer jetzt schon Hunger bekommen hat, könnte rechts Richtung Schienenhof und „Linde“ abbiegen. Links führt der Weg Richtung Eggelsbach durch ein Gewann mit dem spannenden Namen „der Franzos“. „Dort liegt auch ein Franzosengrab aus dem Napoleonischen Krieg“, weiß Hummler. Auch das sicher eine interessante Strecke – doch stattdessen führt die Tour zunächst nach rechts und dann gleich wieder nach links in den Wald.

„Jetzt haben wir die Grenze zwischen Oggelshausen und Bad Schussenried überschritten“, sagt Hummler, während er tiefer und immer tiefer in den Wald wandert. Ein wunderschöner Mischwald, der jetzt im Frühling mit seinen vielerlei Grüntönen einen besonderen Zauber entfaltet. Doch dann – die Lichtung ist schon zu sehen – wird es zunehmend steiler. Der Moorheilbad-Chef macht es spannend. „Der Anstieg hat’s ein bisschen in sich – aber es lohnt sich. “

Kaum ist der Waldrand erreicht, zeigt sich, dass Hummler nicht zu viel versprochen hat. Selbst heute, an einem eher trüben Maitag, kann der Blick herrlich in die Weite schweifen: satte Wiesen, Wälder, die Ortschaften Muttensweiler, Grodt, sogar Unteressendorf ist in der Ferne zu erkennen – und natürlich Steinhausen mit seiner berühmten Wallfahrtskirche, der bekanntlich schönsten Dorfkirche der Welt.

Barocke Kunst und Genuss

Steinhausen ist auch der nächste Abschnitt der Wanderetappe. Wer möchte, kann nun das barocke Schmuckstück mit den bekannten Deckenfresken Johann Baptist Zimmermanns besichtigen. Oder auch die Einkehrmöglichkeiten in Steinhausen nutzen.

Denn Genuss darf durchaus sein, findet Hummler. Der Oggelshauser hat sich zwar angewöhnt, auf seine Ernährung zu achten und lässt meist während des Tages eine Mahlzeit ausfallen. „Aber nicht sklavisch.“ Doch der ständige Umgang mit Gesundheitsthemen, das färbe schon ab, gesteht Hummler lachend, der zuvor im Landratsamt Biberach und später bei Hymer im Personalbereich tätig war. „Ich persönlich halte viel von Vorbild sein und Vormachen, das hat was mit Authentizität zu tun“, findet der Geschäftsführer des Moorheilbads. Vor allem aber verspricht Gesundheit ganz einfach mehr Lebensqualität. Mit täglich einer halben Stunde Nordic Walking habe er seine einst massiven Rückenprobleme in den Griff bekommen, berichtet Hummler.

Bewegung scheint eben die beste Medizin zu sein. Übertreiben darf man’s aber auch nicht gleich, und so lässt sich Hummlers Lieblingstour bei Bedarf auch abkürzen. Der letzte Wegabschnitt allerdings ist ausnehmend schön. Nach dem Schienenhof eröffnet sich eine herrliche Moorlandschaft. Etwas versteckt führt der Weg nun in eine Allee von Moorbirken. Die Orientierung erleichtert ein Wegweiser des Schwäbischen Albvereins, der die Richtung des drei Kilometer entfernten Skulpturenfelds angibt. Auf den letzten Kilometern bietet sich nun noch einmal die Gelegenheit, ausgiebig die Landschaft zu genießen, Atem zu holen und tiefenentspannt ins Ziel zu gelangen.

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