Vom Topolino bis zum „Studentenferrari“

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Eine gemeinsame Liebe verbindet die Fiat-Fans.
Eine gemeinsame Liebe verbindet die Fiat-Fans. (Foto: Alexander Radulescu)
Alexander Radulescu

Jedes Jahr veranstaltet der Fiat-Raritäten-Club Bochum zwei Ausfahrten. Über die Pfingstfeiertage reisten sie nach Oberschwaben. Auf Vorschlag des Fiatliebhabers und Besitzers von vier klassischen Fiats, Karl Beck aus Bad Buchau, trafen sich die Mitglieder des Fiat-Raritäten-Clubs in Bad Buchau.

„Opa Karl“ und sein 14-jähriger Enkel Elias – ebenfalls schon Besitzer eines alten Fiat – begrüßten als Organisatoren die aus fern und nah angereisten Fahrer in ihren vierrädrigen Fiat-Raritäten. Der Fiat-Raritäten-Club hat seinen Sitz in Bochum und wurde 1981 gegründet. Er besteht mittlerweile aus 180 Mitgliedern, die aus Deutschland und den angrenzenden Ländern kommen. Die erste Ausfahrt in diesem Jahr führte sie nach Oberschwaben und Bad Buchau. Einige Clubmitglieder reisten bereits am Donnerstag an. Der Großteil folgte am Freitagabend. Zur Begrüßung trafen sich alle in der Badstube des Kurzentrums. Zuvor wurden über 60 Teilnehmer in Bad Buchau und Umgebung einquartiert.

Am Samstag morgen ging es dann am Treffpunkt Bittelwiesen los mit der gemeinsamen Ausfahrt. Das erste Ziel war das Zündapp-Museum in Sigmaringen. Weiter ging es zum Mittagessen nach Binzwangen, um dann gestärkt die Geschichte der Heuneburg zu erkunden.

Nach der keltischen Ausgrabungsstätte fuhr der Konvoi über Landstrassen nach Kappel /Bad Buchau. Dort wurden die hungrigen Fiatfahrer bereits von der Wirtin der Grafen-Pils-Stube, Irmgard Fötsch, und ihrem Personal erwartet. Die Parkplätze waren bald belegt und die in der Sonne strahlenden und extra polierten Karossen kamen zum Stillstand und wurden von Schaulustigen bestaunt.

Während sich die durstigsten Fahrer sich ein schattiges Plätzchen im Biergarten noch aussuchen konnten, unterhielten und fachsimpelten die anderen. Das älteste Fahrzeug hatte schon 65 Jahre auf dem Buckel. Es war ein Topolino Belvedere mit 16,5 PS und vier Zylindern. Die mittlere Anreisegeschwindigkeit betrug etwa 45 km/h. Besonders die Honauer Steige machte ihm und dem Fahrer zu schaffen. Gab es doch einen längeren Stau, den der Topolino anführte. Der umsichtige Fahrer nutzte dann die erste Bucht aus um die schnelleren Autos vorbeifahren zu lassen.

Der neueste und schnellste teilnehmende Fiat war ein Fiat-Coupé aus dem Jahre 2000, damals auch bekannter unter dem Namen „Studentenferrari“. Mit rund 50 000 DM war es ein in dieser Sportwagenklasse noch erschwingliches Auto. Mit seinen fünf Zylindern und 154 PS bringt er immerhin eine Geschwindigkeit von 250 km/h auf die Straße.

Auch ein Steyr-Fiat 1800 B mit Sechs-Zylinder-Maschine war zu sehen. Der am weiteste angereiste Fiat-Liebhaber hatte ein Hamburger Autokennzeichen. Auch aus Holland und der Schweiz waren Fiats angereist.Alle Fahrzeuge waren zugelassen und waren straßentauglich. Einige seltenere Modelle der Fiat-Liebhaber werden nur auf einem Transporter transportiert und auf Ausstellungen gezeigt, da die Preise auch mal eine halbe Million Euro erreichen können und das Risiko im Straßenverkehr deshalb zu groß wäre.

Der Pfingstsonntag führte die Teilnehmer der Ausfahrt nach Warthausen zu einer Öchslefahrt. Der Mittag stand dann zur freien Verfügung. Der Tagesabschluss und zugleich Clubabend fand in der Schöttlestube im Kurzentrum statt. Die geplante Ausfahrt am Pfingstmontag ins Freilichtmuseum Kürnbach fiel wegen Regens aus.

Dort verabschiedete man sich dann mit einem gemeinsamen Liedchen von dem gelungenen Pfingsttreffen und den Teilnehmern. Einige Fahrer traten dann von der Bittelwiesen aus die Heimfahrt an. Andere fuhren nach Bad Waldsee ins Hymer-Museum. Auch waren Teilnehmer dabei, die ihren Aufenthalt in Oberschwaben verlängerten oder gar noch einen Urlaub nach Italien, dem Heimatland des Fiats, anhängten.

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