Unbekannte zünden Asylunterkunft in Bad Buchau an

Lesedauer: 6 Min
Großeinsatz von Feuerwehr, DRK und Polizei. In einer Asylunterkunft in Bad Buchau brannte es. (Foto: Klaus Weiss)
Schwäbische Zeitung
Klaus Weiss

Ein Zimmerbrand in einer Asylunterkunft in der Bad Buchauer Innenstadt sorgte in der Nacht von Samstag auf Sonntag für teilweise dramatische Szenen. Über 30 Personen mussten fluchtartig ihre Wohnungen verlassen. Feuerwehr und Rettungsdienst hatten die Situation schnell unter Kontrolle. Zwei Personen mussten vom Rettungsdienst versorgt werden. Bislang liege kein Hinweis für einen fremdenfeindlichen Anlass der Brandstiftung vor, teilt die Polizei mit.

Kurz vor 1 Uhr bemerkten Nachbarn und ein Bewohner Rauchgeruch. Rauchwolken verdunkelten bereits das Treppenhaus. Aus der offenen Haustür drang der Qualm. Der Bewohner klingelte die Hausbewohner aus den Betten. Alle Bewohner konnten nach draußen flüchten.

Noch auf der Anfahrt von Feuerwehr und Rettungsdienst kümmerten sich beherzte Nachbarn um die betroffenen Bewohner. Auf einem Parkplatz gegenüber dem Wohnheim wurden Stühle für die verschreckten Bewohner zur Verfügung gestellt. Kleine Kinder weinten, teilweise trugen die Kinder und Jugendlichen nur Unterwäsche am Leib, weil sie fluchtartig ihre Betten verlassen mussten. Die Nachbarn versorgten sie mit wärmenden Decken.

Die Feuerwehrmänner drangen mit Atemschutz in das Gebäude ein, durchsuchten jede Wohnung nach weiteren Bewohnern, und konnten dabei noch eine Familie mit einigen Kindern sicher ins Freie bringen, wo inzwischen der Rettungsdienst, Notarzt und die Schnelleinsatzgruppe Bad Buchau-Schussenried die Betreuung der etwa 30 Personen übernommen hatte.

Der eigentliche Brandherd konnte schnell abgelöscht werden, so dass ein Ausbreiten des Brandes auf andere Räumlichkeiten, überwiegend in Leichtbauweise, verhindert werden konnte. In einer leer stehenden Wohnung im Erdgeschoss, die zurzeit renoviert wird, hatte sich Baumaterial oder ähnliches entzündet. Die Ermittlungen zur Brandursache dauern noch an, teilt die Polizei mit. Nach ersten Erkenntnissen könnte es sich um eine vorsätzliche Brandstiftung handeln. Die Tür zur der Wohnung, aus welcher der Brand ausging, wurde vor dem Brand gewaltsam aufgebrochen.

Etwas abseits vom Brandplatz wurden die Bewohner in einem aufblasbaren Zelt der Feuerwehr untergebracht, mit Decken und Getränken versorgt und psychologisch und medizinisch betreut. Eine junge Frau musste wegen Verdachts auf Rauchvergiftung behandelt werden, ein weiter junger Mann klagte später ebenfalls über Beschwerden.

Mit mehreren Drucklüftern wurde das Haus rauchfrei gemacht. Bürgermeister Peter Diesch war am Brandplatz und informierte sich über den Stand der Dinge. Kreisbrandmeister Florian Peters und Michael Mutschler vom DRK waren ebenfalls anwesend. Da die Brandursache nicht ermittelt ist, nahmen noch in der Nacht die Brandermittler der Kripo ihre Arbeit auf.

Nach rund zwei Stunden waren die Wohnungen soweit rauchfrei, dass die Bewohner zurückkehren konnten. Insgesamt waren 65 Kräfte (FW/DRK/Polizei) im Einsatz. Die Hauptstraße in Bad Buchau war für zwei Stunden voll gesperrt. Der Brandschaden beläuft sich auf etwa 8000 Euro. Die Gebäudesubstanz wurde nicht in Mitleidenschaft gezogen.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen