Maria Tenhündfeld zeigte an der Kantele ihr Können.
Maria Tenhündfeld zeigte an der Kantele ihr Können. (Foto: Klaus Weiss)
Klaus Weiss

Zeigen, dass Menschen mit Behinderungen oder Handicap, Talent haben, das war das Ziel der Veranstaltung am Samstag im Bischof-Sproll-Haus in Bad Buchau. Ein buntes Musikprogramm und einige Mundartbeiträge kamen beim Publikum im vollbesetzten Saal gut an.

Ziel der Veranstaltung war es, Menschen mit einem Handicap einmal die Möglichkeit zu geben, sich musisch einen Publikum zu präsentieren. Rosi Schorr aus Altshausen und Hans Jäger aus Vogt hatten schon im vergangenen Jahr in Kißlegg zu einem solchen bunten Nachmittag eingeladen. Die Künstler, die wegen einer Erkrankung, Behinderung oder auch nur mit zunehmenden Alter mit Einschränkungen leben, waren voller Tatendrang und der Freude an der Musik oder auch am Vortragen von mundartlichen Beiträgen nach Bad Buchau gekommen. Die Buchauer Besucher selbst waren allerdings in der Minderheit.

Schon die Deko auf den Tischen, hier war Ulla Heger als Mitunterstützerin zuständig, zeigte mit Notenschlüsseln und kleinen Instrumenten aus Pappe das Thema des Nachmittags an. Initiatorin Rosi Schorr begrüßte die Gäste. Die Stadt habe sofort ihre Zustimmung gegeben, hob Schorr hervor, und auch einige Firmen und Vereine hätten ihre Unterstützung angeboten.

Die Caribbean Steelband Kolibris unter ihrem Leiter Michael Wissussek gestalteten den musikalischen Auftakt. Wissussek, als Vorsitzender des Vereins „Bürger für Bürger“ Bad Buchau überreichte auch gleich eine Spende über 150 Euro, damit die Kosten der Veranstaltung einigermaßen gedeckt werden konnten. Musik sei die Sprache, die alle Menschen verstehen, auch diejenigen mit Handicap, so Wissussek. Als Gegenleistung versprach Rosi Schorr, den Reinerlös der Veranstaltung an das „Haus mit Herz“ weiterzugeben. Bürgermeister Peter Diesch überbrachte die Grüße der Stadt und nannte das Engagement der Organisatoren für Menschen mit Handicap vorbildlich und bemerkenswert.

Mitorganisator Hans Jäger stimmte dann mit einem Gedicht passend zum Thema Musik die Besucher auf das kommende Programm ein und gab gleich mit der Trompete einige Volkslieder zum Mitsingen zum Besten. Erika Walter unterhielt danach mit einigen Mundartgedichten, bevor Georg Meier mit seiner Mundharmonika Stimmung in den Saal brachte. Quer durch alle Musikrichtungen zeigte Marcel Mehlbeer am Klavier sein Talent. Ob Volksweisen zum Mitsingen oder „So nimm denn meine Hände“ – sein Beitrag überzeugte vollauf.

Mit im Saal war auch die Buchauer Mundartdichterin Sieglinde Frank. Sie habe zwar ihre Stimme verloren, aber nicht ihren Lebensmut, erklärte Rosi Schorr und verlas einige von Frank verfassten Beiträge. Einen tollen Musikbeitrag brachte die blinde Silvia Uhl mit dem Akkordeon zu Gehör. „Bravo“-Rufe bestätigten der Musikerin ihre Leistung. Mit der Veeharfe, ein Instrument, das eigentlich eher einer Zitter ähnelte, konnten Reinhard Fähndrich und später auch Monika Stephanik in Begleitung von Ehemann Peter mit der Mundharmonika das Publikum überzeugen.

Nicht nur die Kolibris, auch Anni Rummler und Magie Herter hatten Steeldrums dabei und erfreuten die Besucher damit. Rummler unterhielt zudem noch mit den unverkennbarem Sound der Alpenglocken. Ein musikalischer Leckerbissen war auch der Beitrag der fast 80-jährigen Maria Tenhündfeld, die mit dem Saiteninstrument Kantele die Besucher in die Weiten Islands entführte.

Eines zeigte die Veranstaltung überzeugend: Auch Menschen mit kleinerem oder auch größerem Handicap können sich mit Musik wieder ein Stück Lebensqualität aneignen und das war bei den Künstlern durchaus hör-und sichtbar.

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