Studien untersuchen Zusatznutzen von Immuntherapie

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 Dr. Niklas Harland referierte auf Einladung der Selbsthilfegruppe.
Dr. Niklas Harland referierte auf Einladung der Selbsthilfegruppe. (Foto: privat)
Schwäbische Zeitung

Über Therapiemöglichkeiten bei Prostatakrebs hat Dr. Niklas Harland von der Universitätsklinik Tübingen, bei einer Veranstaltung der Prostatakrebs-Selbsthilfegruppe Bad Buchau-Federsee im Kurzentrum gesprochen. Vor rund 100 Teilnehmer sprach er auch über den aktuellen Stellenwert der Immuntherapie.

Der Urologe Dr. Niklas Harland erforscht an der Universitätsklinik Tübingen unter anderem neue Möglichkeiten in der Erkennung und Therapie von Prostatakrebs. Im Rahmen des Vortrags ging es insbesondere um die verfügbaren Möglichkeiten, wenn sich bereits Metastasen gebildet haben, ein.

Hier gibt es, so sein Vortrag, eine zunehmende Zahl von neuen Medikamenten, der größte Wandel bestehe laut Harland jedoch in der zeitlichen Abfolge, in der welcher diese angewendet werden. Lange Zeit galt, so erläuterte es der Urolgoe, die alleinige Testosteron-Entzugstherapie in der Anfangsphase als ausreichend. Mittlerweile habe hingegen für alle Therapeutika gezeigt werden könne, dass eine frühzeitige Kombination sich langfristig günstig auf den Krankheitsverlauf auswirkt.

Einen spezieller Fokus legte der Referent auch auf die sogenannte Immuntherapie. Hierbei wird beim Prostatakrebs ebenso wie bei vielen bösartigen Erkrankungen versucht, das natürliche Abwehrsystem zur Behandlung zu nutzen. Harland erläuterte, dass für einige Erkrankungen wie bei Blasen- oder Nierenkrebs bereits Medikamente aus diesem Bereich verfügbar seien, die Einführung zur Therapie des Prostatakrebs jedoch noch bestätigt werden müsse.

Aktuell würden entsprechende Studien durchgeführt, in denen beispielsweise der Zusatznutzen durch Impfungen gegen Prostatakrebs untersucht wird. Ergebnisse stehen laut Harland noch aus. Bereits belegt ist laut dem Mediziner, dass eine maßvolle sportliche Betätigung zusätzlich zur medikamentösen Therapie, sich positiv auf den Krankheitsverlauf auswirkt. Passend dazu plant die Selbsthilfegruppe am Freitag 15. November, einen Vortrag zum Thema „Tanzen ist die beste Medizin“.

Im Anschluss an den Vortrag gab es eine Diskussions- und Fragerunde mit dem Referenten und Dr. Martin Huonker, dem Ärztlichem Direktor Gesundheitszentrum Federsee.

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