Seltener Anblick: Schwarzstörche machen Halt am Federsee

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Ein seltener Anblick: Zwei Schwarzstörche begeben sich bei Bad Buchau auf Futtersuche. Sie haben einen Platz abseits der großen
Ein seltener Anblick: Zwei Schwarzstörche begeben sich bei Bad Buchau auf Futtersuche. Sie haben einen Platz abseits der großen Weißstorchenschar gewählt, die von der frisch gemähten Wiese magisch angezogen wurde. (Foto: KLAUS WEISS)
Klaus Weiss

Jetzt, da sich die Störche für den Flug in den wärmeren Süden sammeln, sind ganze Schwärme am Himmel, aber auch auf den Wiesen rund um Bad Buchau zu sehen. Wer Glück hat, kann auch die seltenen Schwarzstörche beobachten.

Freitag, in der Nähe des Freibads am Ortsrand von Bad Buchau: Gut 80 Weißstörche ziehen am Himmel ihre Runden, um dann auf den Wiesen beim Aussiedlerhof Grimm zu landen.

Der Landwirt ist gerade dabei, einige Wiesen zu mähen – und das zieht die Storchenschar natürlich magisch an, gibt es doch auf frisch gemähten Wiesen reichlich Nahrung für sie zu finden.

Störche lassen sich nicht stören

Dicht am Wegrand lassen sich die Störche von dem großen Traktor und dem Ladewagen so gut wie nicht stören. „Ich muss manchmal sogar langsam tun, wenn die Störche vor dem Traktor umherstolzieren“, meint einer der Fahrer.

Ein schönes Bild ist das allemal, wenn die Störche auf den frisch gemähten Wiesen einfallen und manchmal auch um einen Leckerbissen streiten.

Zwei der Störche scheinen aber wohl in einem Moorgraben gebadet zu haben: Fast keine weißen Federn sind mehr zu sehen. Aber bei genauerem Hinsehen zeigt sich, dass es sich bei den beiden um wahre Exoten handelt: Schwarzstörche.

Empfindlicher als Weißstörche

Früher, in den 1960er-Jahren, waren die Schwarzstörche im Federseegebiet noch häufiger zu sehen, sogar auf der Schutzhütte am Kanal, wo früher ein Storchennest montiert war.

Schwarzstörche reagieren aber sehr empfindlich auf Störungen und meiden daher weitgehend die Nähe von Menschen – aber Ausnahmen bestätigen auch hier die Regel.

Storch fasst langsam wieder Fuß

Anders als sein bekannterer Verwandter, der Weißstorch, lebt der Schwarzstorch meistens verborgen in nicht nicht zu dichten Wäldern.

In Nord- und Mitteleuropa kommt der Schwarzstorch in größerer Regelmäßigkeit, aber immer noch sehr lückenhaft vor. In Europa besteht aber ein Trend zu einer Arealausweitung nach Westen und Nordwesten.

Einzelbruten im südlichen Baden-Württemberg deuten jedoch darauf hin, dass der Schwarzstorch hier langsam Fuß fasst.

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