Schlauchboot für Einsätze auf dem Federsee

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Die Tiefenbacher Feuerwehr hat ein Schlauchboot in Betrieb genommen.
Die Tiefenbacher Feuerwehr hat ein Schlauchboot in Betrieb genommen. (Foto: KLAUS WEISS)
Klaus Weiss

In einer kleinen Feierstunde im Tiefenbacher Feuerwehrgerätehaus durften die Feuerwehrleute einen Anhänger mit Kran-arm und ein Schlauchboot RTB 2 offiziell der Gemeinde übergeben und in Betrieb nehmen.

In Seenot geraten auf dem Federsee eigentlich so gut wie keine Besucher, da es keine Boote für Touristen mehr am Federsee gibt. Aber im Winter, wenn der See gefroren ist, kann es schon mal vorkommen das Besucher unglücklich stürzen oder gar im Eis einbrechen und gerettet werden müssen, bzw. schonend ans Ufer gebracht werden müssen. Die Tiefenbacher Wehr ist zudem die einzige die mehr oder weniger einen direkten Zugang zum Federsee hat. Und die zunehmenden Besucherzahlen im Winter auf dem gefrorenen See stellte die Tiefenbacher Wehr vor die Entscheidung zum Selbstschutz der Feuerwehrkameraden bei Wasser-und Eiseinsätzen ein Rettungsboot, hier ein Schlauchboot „Rettungsboot RTB 2“ anzuschaffen. Auch bei der Bad Buchauer Stützpunktwehr, die ja bei Rettungseinsätzen auf dem Federsee die Einsatzstelle anfährt, standen Überlegungen an, Rettungseinsätze über die Tiefenbacher Bucht abzuwickeln, sofern der Unfallort nicht gerade bedeutend näher bei Bad Buchau liegt.

Geplant war ursprünglich an ein gebrauchtes Schlauchboot aus dem Fundus des Kreisfeuerlöschverbandes zu kommen, aber kein Boot im Kreis Biberach konnte entbehrt werden. Also griffen die Tiefenbacher zur Selbsthilfe. Mit Werbeveranstaltungen, Spenden organisieren, auch aus der eigenen Kasse gelang es die Mittel für ein neues Rettungsboot und zudem noch für einen Feuerwehranhänger mit einem Kranarm aufzubringen. Die Gemeindeverwaltung sagte zu, die Unterhaltskosten für die Gerätschaften zu übernehmen, nahm die Spenden von Firmen und Privatpersonen an und stellte auch die Spendenbescheinigungen aus.

Der Anhänger war für die Tiefenbacher Wehr auch mehr als notwendig. Denn bei einigen Einsätzen wie Technischer Hilfe, Ölspuren, Sturm-oder Hochwassereinsätzen musste immer wieder zusätzliches Material an die Schadensorte transportiert werden und machten einen Feuerwehranhänger mit einem Kranarm notwendig.

Auch die Jugendfeuer freut sich über das Schlauchboot, können sie doch in Zukunft die Jugendausbildung etwas erweitern, und an verschiedenen Orten auf Seefahrt gehen. Nachdem Kommandant Thomas Miehle den Besuchern der Feierstunde, darunter hauptsächlich die Spender und natürlich die Feuerwehrangehörigen selbst die Vorteile der Gerätschaften ausführlich erklärt hatte, übergab Miehle die neuen Gerätschaften symbolisch an die Gemeinde Tiefenbach.

Bürgermeister Helmut Müller bedankte sich bei der Wehr, dass diese die Finanzierung von Boot und Anhänger selbst gestemmt hätten, und wünschte allzeit unfallfreie Einsätze. Denn mit dem Boot und dem Anhänger sei die Einsatzkraft auf ein höheres Niveau gebracht worden. Bei einem gemütlichen Stehempfang klang die kleine Feierstunde im Gerätehaus aus.

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