Ruheoasen und Barfußpfade

Lesedauer: 5 Min

Barfußpfade, Ruheinseln und Yoga auf dem Federseesteg: In der Bad Buchauer Marken- und Tourismuswerkstatt sind die Ideen nur so gesprudelt. Dabei ging es in der zweiten und letzten Runde des Workshops auch schon richtig zur Sache. Rund 20 Teilnehmer – Vertreter von Gemeinderat, Stadt und touristischen Einrichtungen, aber auch einige an Tourismus interessierte Bürger – haben die Ergebnisse des ersten Treffens im Januar noch einmal vertieft und weitergehend diskutiert. Daraus haben sich unter Anleitung von Berater Alexander Seiz schon konkrete Vorstellungen herauskristallisiert.

Was macht die Marke „Bad Buchau“ aus? Darüber machen sich derzeit in Bad Buchau nicht nur Stadt, Gemeinderat und die beauftragte Beraterfirma Kohl & Partner Gedanken. In einem sich über mehrere Monate hinziehenden Prozess der Markenfindung können sich alle touristischen Akteure und auch die interessierten Bürger einbringen. Bad Buchau soll sich damit also praktisch selbst (er)finden.

Eines ist den Teilnehmern dabei schon in der ersten Tourismuswerkstatt klar geworden: Bad Buchau kann nicht mit Action oder besonderen Einkaufserlebnissen glänzen, die Kurstadt ist nicht die hippe Szene-Destination. „Zu Bad Buchau passt Natur, Ruhe, Erholung, Entschleunigen und Genießen“, nennt Elke Spielvogel, Leiterin des Eigenbetriebs Tourismusmarketing, die Stärken der Stadt. „Das ist die Richtung, in die wir sowieso schon unterwegs sind. Wir müssen uns also nicht verkrampfen und wir müssen nicht jede Zielgruppe bedienen“, fasst Spielvogel die Ergebnisse der Werkstatt zusammen. „Aber wir müssen uns darauf einigen, welche Schiene wollen wir bedienen – und uns dann darauf ausrichten.“

Und dazu gab es in der zweiten Werkstattrunde auch schon ganz konkrete Vorschläge. Nachdem Alexander Seiz, Geschäftsführer von Kohl & Partner, zunächst einen Rückblick auf den ersten Werkstattabend gegeben hatte, machten sich die Teilnehmer in Kleingruppen Gedanken darüber, wo und wie sich die Marke „Bad Buchau“ auf dem Markt positionieren könnte. Gut zu den Themen Ruhe und Entschleunigung könnten etwa besonders schön gestaltete Bänke und Ruheinseln in der Stadt passen. „Aber keine Palmenoasen, sondern mit Schilf und Gräsern“, führt Spielvogel aus. Damit ließe sich in der Stadt auch eine Verbindung zu Bad Buchaus touristischem Highlight, dem Federsee, schaffen.

Verbindung von Steg und Stadt

Der nämlich ist bislang im Stadtbild noch gar nicht präsent, so die Wahrnehmung von Berater Seiz. Die Werkstattgruppen konterten mit der Idee, Barfußpfade mit Mehrgenerationen-Spielgeräten anzulegen und so eine Verbindung von Stadtmitte, Kurzpark und Federsee zu schaffen. Auch der Federseesteg selbst ließe sich interessanter und informativer gestalten – bietet er bislang doch aus Kindersicht vor allem jede Menge Schilf. Und warum nicht Yoga auf dem Federseesteg anbieten? Dies würde der Gesundheitsstadt Bad Buchau gut anstehen, waren die Werkstattbesucher überzeugt. Auch ein Verkehrskonzept mit besserer Besucherlenkung und Parksystem erachteten die Teilnehmer als notwendig.

Über die Umsetzung dieser und weiterer Ideen wird sich dann der Gemeinderat noch Gedanken machen müssen. Dort soll das neue Marken- und Tourismuskonzept dann im Juli öffentlich vorgestellt werden. Zuvor werden die Mitarbeiter von Kohl & Partner aus den vielen Ideen der Werkstatt Prioritäten herausfiltern, sie mit den Zielvorstellungen abgleichen und erneut zusammen mit der Lenkungsgruppe diskutieren.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen