Rübengeister ziehen durch die Stadt

Lesedauer: 4 Min
Viele Kinder folgten mit ihren Rübengeistern dem Nachtwächer durch Buchaus Straßen.
Viele Kinder folgten mit ihren Rübengeistern dem Nachtwächer durch Buchaus Straßen. (Foto: KLAUS WEISS)
Klaus Weiss

Das schöne Brauchtum des Rübengeisterumzugs zog am Mittwochabend wieder hunderte Teilnehmer und Zuschauer an. Um die 350 Rüben wurden an den Tagen zuvor ausgegeben, die beim nächtlichen Umzug von den Kindern durch die Straßen getragen wurden.

Die Kinder haben auf diesen Abend hingearbeitet und in die Rüben gruselige Fratzen geschnitzt. Am Mittwoch nun konnten sie ihre Kunstwerke durch die Stadt geistern lassen. Jeder der Geister war ein Unikat und die persönliche Note der jungen Künstler war zu erkennen. Die fratzenhaften Rüben gaben in der Gesamtheit ein gespenstisches Bild ab.

Angeführt von den Nachtwächtern mit Laternen und Hellebarden zog der Zug vom Narrenbrunnen über den Marktplatz, durch den Kurpark und wieder zurück zum Marktplatz, wo die Teilnehmer von vielen Zuschauern erwartet wurden. Schön war, dass die größeren Kinder mit ihren Rübengeistern mit den Nachtwächtern alleine voraus gehen durften und so ein schönes Bild abgaben.

Nach dem Fanfarenzug Unlingen folgten Familien mit kleineren Kindern. Auch Bollerwagen voll gepackt mit tollen Rübengeistern waren darunter. Durch die Musik der Fanfaren kam richtig Stimmung unter den zahlreichen Besuchern auf dem Marktplatz auf. Während der Umzug durch den Kurpark zog, erläuterte Nachtwächter Karl Josef Schneck den wartenden Zuschauern – darunter viele Kur- und Feriengäste – den Brauch der Rübengeister, der hauptsächlich noch im ländlichen Raum gepflegt werde.

Inzwischen werde es immer schwieriger überhaupt noch Rüben zu bekommen, da im Federseegebiet keine mehr angebaut werden. Versuche diesbezüglich seien aber im moorigen Boden um Buchau nicht von Erfolg gekrönt gewesen, so Schneck. Aber dank der guten Beziehungen zu anderen Narrenzünften konnten die Moorochsen die Rüben von Landwirt Klaus Fischer aus Wolfertsweiler bekommen, der die Rüben noch hauptsächlich für die Rübengeisterumzüge anbaut.

Dank ging vom Nachtwächter aber auch an alle Helfer, allen voran an die Familie Zell, in deren Scheuer die Rübenschnitzerwerkstatt eingerichtet werden konnte. Auch die Stadtverwaltung belohnte das Engagement der Rübengeister-Kinder und spendierte jedem Umzugsteilnehmer ein süßes Stückchen.

Platzkonzert der Fanfaren

Bemerkenswert, dass die Narrenzunft Moorochs nicht nur an der Fasnet das Brauchtum pflegt und für den Erhalt alter Bräuche eintritt. Nach einem kurzen Platzkonzert des Fanfarenzugs verteilten sich die Rübengeister in der Stadt. Und noch eine ganze Weile lang sah man einige davon durch die dunklen Gassen geistern.

Meist gelesen in der Umgebung
Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen