Rübengeister ziehen durch die Stadt

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Da leuchten die Augen des Kindes mit den Augen der Rübengeister um die Wette.
(Foto: sz- Klaus Weiss)
Klaus Weiss

Seit vielen Jahren belebt die Bad Buchauer Narrenzunft Moorochs im Herbst einen uralten oberschwäbischen Brauch – die Rübengeister. Immer mehr Teilnehmer zeigen Interesse am schaurigen Umzug durch die Stadt. Rund 400 Rüben hat die Zunft an den Tagen davor ausgegeben. Genau so viele dürften beim Umzug dabei gewesen sein.

Seit Tagen haben die Kinder auf diesen Abend hingearbeitet und gruselige Fratzen in die Rüben geschnitzt. Jetzt konnten die Jungen und Mädchen ihre Kunstwerke endlich durch die Stadt geistern lassen. Jeder der Geister war ein Unikat und trug die persönliche Note des Künstlers. Die tollen Fratzen ergaben ein gespenstisches Bild.

Rüben von auswärts

Angeführt vom Nachtwächter mit Laterne und Hellebarde und etlichen Fackelträgern zog der Zug vom Narrenbrunnen über den Marktplatz, weiter durch den Kurpark und wieder zurück zum Marktplatz. Musikalisch begleitet von der Fanfarenzugspielgemeinschaft Bad Buchau/Unlingen und den zunfteigenen Schalmeien kam richtig Stimmung unter den zahlreichen Besuchern auf dem Marktplatz auf.

Während der gruselige Umzug durch den Kurpark zog, erklärte Nachtwächter Karl Josef Schneck den wartenden Zuschauern, darunter auch viele Kur- und Feriengäste, den uralten oberschwäbischen Brauch der Rübengeister: Der Brauch werde hauptsächlich noch im ländlichen Raum gepflegt und mache vor allem Kindern viel Spaß. Inzwischen werde es immer schwieriger, überhaupt noch Rüben zu bekommen, da im Federseegebiet selbst keine mehr angebaut werden. Aber dank der guten Beziehungen zu befreundeten Landwirten in der Gegend um Allmendingen, die Futter-Rüben noch anbauen, war der Rübengeister-Umzug gesichert.

Keine Frage war für die Stadtverwaltung, dass so viel Engagement seitens der Kinder auch belohnt werden muss: jedem Umzugsteilnehmer wurde ein kleiner Hefe-Rübengeist spendiert. Nach einem kurzen Platzkonzert der Musikgruppen verteilten sich die Rübengeister in der Stadt. Und noch zu später Stunde sah man einige davon durch die dunklen Gassen geistern.

Mehr Fotos unter

www.schwaebische.de

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