Querungshilfe soll für Sicherheit der Fußgänger sorgen

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Schwäbische Zeitung

Schritt für Schritt schreiten die Planungen für Bad Buchaus neues Gewerbegebiet „An der Riedlinger Straße“ voran. Einstimmig hat der Gemeinderat nun die öffentliche Auslegung des Bebauungsplanentwurfs beschlossen. Gegenüber dem Vorentwurf hat Architekt Clemens Künster einige Änderungen eingearbeitet, unter anderem eine Querungshilfe für Fußgänger. Auch über die notwendigen ökologischen Ausgleichsmaßnahmen informierte der Architekt die Räte.

Schon jetzt machen sich auf dem knapp vier Hektar großen Areal erste Änderungen bemerkbar. Die Fläche zwischen Umgehungs- und Riedlinger Straße hat sich zunehmend gelichtet. Die Bäume wurden jedoch nicht einfach gefällt; statt sie zu roden, soll ein Teil von ihnen an anderer Stelle Wurzeln fassen. Geeignete Exemplare, die als Lebensraum für geschützte Arten dienen können, wurden dazu in den vergangenen Wochen entastet und sollen oberhalb des Plangebiets eingesetzt werden. Ergänzend dazu wird die Stadt hier weitere hochstämmige Obstbäume pflanzen.

Die geplante Streuobstwiese ist Teil der Eingriffs-Ausgleichs-Regelung. Der Grundgedanke: Jeder Eingriff in die Natur soll durch eine Naturschutzmaßnahme ausgeglichen werden. Die „Währung“ der Eingriffs-Ausgleichs-Bilanzierung sind die sogenannten Ökopunkte, nach denen sich der Wert eines Biotops genau bemessen lässt. Durch die Streuobstwiese alleine kann die Stadt den ökologischen Werteverzehr, der durch die Erschließung des Gewerbegebiets entsteht, nicht ausgleichen. Der verbleibende Ausgleichsbedarfs von 314 640 Ökopunkten soll deshalb durch den Rückbau von zwei Durchlässen am Mühlbach kompensiert werden.

Neben den ökologischen Ausgleichsmaßnahmen ging Architekt Künster in der Ratssitzung auch auf weitere Stellungnahmen ein, die während frühzeitigen Beteiligung der Träger öffentlicher Belange eingegangen waren. So hatten die Netze BW dazu angeregt, eine Fläche für eine Kleinumspannstation einzuplanen. Damit soll die Versorgung des Gebiets mit Strom sichergestellt werden. Planer Künster hat diese Anregung im aktuellen Entwurf genauso berücksichtigt wie eine vom Regierungspräsidium Tübingen geforderte Querungshilfe für Fußgänger an der Riedlinger Straße. Damit soll eine sichere Anbindung an den nördlich verlaufenden Geh- und Radweg geschaffen werden.

Ein weiterer Punkt betraf die Archäologie. Das Landesamt für Archäologische Denkmalpflege weist in seiner Stellungnahme darauf hin, dass östlich des Plangebiets ein Lagerplatz steinzeitlicher Jäger- und Sammlergruppen entdeckt wurde. „Daher ist auch in dem Plangebiet noch mit Befunden und Fundgegenständen aus der späten Eiszeit und frühen Nacheiszeit zu rechnen“, heißt es in der Stellungnahme.

Zusätzlich zu den archäologischen Voruntersuchungen möchte Architekt Künster deshalb ein Bodengutachten in Auftrag geben: „Das gibt uns Klarheit, auch über mögliche archäologische Funde.“ Ein Emissionsgutachten dagegen hält Künster nicht für notwendig; der direkt an das künftige Gewerbegebiet angrenzende landwirtschaftliche Betrieb betreibe keine Viehhaltung mehr.

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