Neues Baugebiet wird bald asphaltiert - eine Klage gegen den Plan läuft aber noch

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So soll die neue Kreuzungssituation an der Bad Buchauer Schussenrieder Straße/Möwenweg künftig aussehen: mit Querungshilfe für F
So soll die neue Kreuzungssituation an der Bad Buchauer Schussenrieder Straße/Möwenweg künftig aussehen: mit Querungshilfe für Fußgänger über den Sperrstreifen und Linksabbiegespur aus Richtung Schussenried. Zudem wird die Verschwenkung der Friedenstraße sichtbar. (Foto: Grafik: Ingenieurbüro Schwörer)
Karl-Heinz Kleinau

In seiner letzten Sitzung vor der Sommerpause hat der Bad Buchauer Stadtrat die Tief- und Straßenbauarbeiten für das neue Baugebiet „Am Möwenweg“ vergeben, das die Stadt an ihrem südlichen Rand westlich der Schussenrieder Straße arrondieren soll.

Nachdem im April der Bebauungsplan als Satzung beschlossen worden war, stellte Franz Knab vom Ingenieurbüro Schwörer den Räten nun die Entwurfsplanung der Hauptachse Hans-Kayser-Straße vor.

Die Straße, die den ersten Abschnitt mit 18 neuen Bauplätzen erschließt, soll eine Breite von 5,50 Meter und einen Gehweg von 1,50 Meter erhalten. Die vom Rat gewünschte Verlangsamung des Verkehrs werde durch insgesamt vier Verengungen auf 3,75 Meter erzielt, indem jeweils wechselweise zwei Stellplätze und ein Baum angelegt werden, erklärte Knab.

Aus einer Sackgasse wird eine durchgehende Straße

Bisher ist die Straße eine Sackgasse, künftig würde sie in den Möwenweg münden, den künftigen südlichen Abschluss der Bebauung. Der Möwenweg soll bis zur Einmündung ertüchtigt und mit einem neuen Gehweg ausgestattet werden. Für die Verkehrssicherheit wird die Einmündung der Friedenstraße in den Möwenweg verschwenkt.

Die Zufahrt vom Möwenweg in die Schussenrieder Straße (L280) bekommt zudem eine Verkehrsinsel. Aus Richtung Schussenried kommt eine Linksabbiegespur in den Möwenweg/Friedenstraße und eine Fußgänger-Querungshilfe neu dazu.

Was bei Bauarbeiten in moorigem Grund zu beachten ist

Knab ging abschließend noch auf die umfangreichen Tiefbauarbeiten ein, die dem moorigen Untergrund geschuldet seien. Mächtige Torf- und Seetonschichten müssen ausgetauscht und der Straßenaufbau muss mit Geogittern stabilisiert werden.

Auch der Wassergraben am nördlichen Rand des Baugebietes wird neugestaltet, sodass eine Retentionsmulde für Regenwasser und ein neuer Fußweg entstehen kann. Insgesamt sollen diese Bauarbeiten ein Jahr dauern.

Bei der öffentlichen Ausschreibung wurden zehn Angebote zwischen 1,6 bis 2,2 Millionen Euro abgegeben. Der wirtschaftlich günstigste Bieter war mit 1,64 Millionen Euro der Fernstraßenbauer Strabag mit Zweigstelle in Langenargen, der auch Erschließungsarbeiten ausführt.

Neben der Erschließung des Baugebietes soll die Verlängerung bis zur Schussenrieder Straße auch die Anwohner in der Gottlieb-Gnannt-Straße weiter nördlich entlasten, ergänzte Bürgermeister Peter Diesch, als er die nachfolgende Fragerunde eröffnete. Stadtrat Klaus Schultheiß (FWV) fürchtet eine Mehrbelastung in der Hans-Kayser-Straße.

Sowohl Gerwig Müller (CDU) als auch Diesch erwarten eine gewisse Zunahme des Verkehrs mit Zielrichtung Schussenried, der aber gerade durch die Verengungen gebremst werde. Zudem sei eine Entlastung der Gottlieb-Gnannt-Straße seit Langem gewünscht, sagte der Bürgermeister.

Kann man die künftige Verkehrsinsel überfahren?

Manuel Baumeister (FWV) fragte, ob die Verkehrsinsel an der Zufahrt überfahrbar sei, da er die Verschwenkung der Friedenstraße für große Fahrzeuge als kritisch betrachte. Knab verneinte dies mit dem Hinweis auf die Verkehrssicherheit. Autofahrer sollten nicht die Kurven schneiden können. Die Radien seien zudem so berechnet worden, dass sie auch für Lastwagen ausreichen.

Abschließend wurde der Entwurfsplanung und der Vergabe an die Strabag einstimmig zugestimmt.

Die Klage

Auf Nachfrage der SZ erklärte Bürgermeister Diesch mit Verweis auf den Rechtsberater der Stadt im Nachgang zur Sitzung, dass die anhängige Klage eines Landwirts vor dem Verwaltungsgerichtshof Mannheim nur den Bebauungsplan betrifft. Der Straßenbau, der mit den Bauplätzen direkt nichts zu tun habe, werde ausgeführt.

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