Neue Dacheindeckung für die Steinzeithäuser

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Gut 21 700 Euro fallen für Sanierungsarbeiten im Freigelände des Bad Buchauer Federseemuseums an. Denn für die neue Dacheindeckung der vier „Taubriedhäuser“ muss ein ausgewiesener Experte ran.

Wolfgang Thiel aus dem niedersächsischen Lübberstedt hat der Gemeinderat Bad Buchau bei einstimmigen Beschluss mit der Dacheindeckung der Taubriedhäuser beauftragt. Der Fachmann habe mit seiner beachtlichen Referenzliste überzeugt, so die Verwaltung. Die Häuser des Freigeländes wurden schließlich nach prähistorischen Funden wissenschaftlich rekonstruiert. Die vier Dorfausschnitte mit jeweils zwei bis vier Häusern stellen chronologischen Ausschnitt dar, der von der älteren Jungsteinzeit bis zur ausgehenden Bronzezeit reicht, von zirka 3800 bis 850 vor Christus.

Und damals, stellte Ordnungsamtsleiter Norbert Moll in der Sitzung fest, hätten die Gebäude bei weitem nicht so lange gehalten wie heute. Dennoch werden auch bei den Rekonstruktionen von Zeit zu Zeit Sanierungsarbeiten notwendig. Die Häuser stünden in feuchtem Untergrund, auch durch die verwendeten Baumaterialien und die Bauweise sei die Lebensdauer begrenzt. So auch bei dem Ensemble der Taubriedhäuser. Eines der vier Gebäude ist bereits derart stark beschädigt, dass es – historisch natürlich keineswegs korrekt, wie Bürgermeister Peter Diesch bemerkte – derzeit mit einer Plane abgedeckt wird.

Für die Sanierungsarbeiten durch Wolfgang Thiel, der die Dächer mit Roggenstroh neu eindecken wird, fallen gut 21 700 Euro an. Damit liegt der Fachmann noch etwas günstiger als ein weiteres Angebot in Höhe von 30 114 Euro vor. Im Haushaltsplan der Stadt wurden 25 000 Euro für die Maßnahme eingestellt.

Dennoch eine ordentliche Summe, merkte Stadtrat Gerwig Müller an. Auf 27 000 Euro belaufe sich schließlich der gesamte Erlös der Familieneintrittskarten im Federseemuseum. „Gibt es Erfahrungswerte, wie lange so ein Dach dann hält?“, erkundigte sich Müller. „Das hält auf jeden Fall die nächsten 20 Jahre“, antwortete Chris Günther, Techniker beim Federseemuseum, der die Ratssitzung im Publikum mit verfolgte.

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