Moorochsen stimmen auf fünfte Jahreszeit ein

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Moorochsen stimmen auf fünfte Jahreszeit ein (Foto: Klaus Weiss)
Klaus Weiss

Seit 35 Jahren und traditionell am Samstag vor dem Fasnetsauftakt am 11.11. stimmen die Bad Buchauer Moorochsen mit ihrem „Ball der Saison“ auf die kommende fünfte Jahreszeit ein. Nun war es mal wieder soweit, und die Macher des Balls freuten sich einmal mehr über ein gut besuchtes Haus.

Auf den lustigen Einzug der Zunfträte, Fahnenträger und Zunftbüttel haben die Organisatoren wegen der Gedenkfeier zur Reichspogromnacht verzichtet. Aber groß tat dies dem „Ball der Saison“ keinen Abbruch, zumal er keine Fasnetsveranstaltung im eigentlichen Sinne ist. Einzig die Frauen des Katholischen Frauenbunds haben ihre Teilnahme am Ballprogramm kurzfristig abgesagt. Dafür munterte die Steelband „Kolibris“ die Ballbesucher gleich zum Anfang mit Südseemelodien auf den klingenden „Blechfässern“ auf. Einfach gigantisch, was die Musiker aus den Hightech-Instrumenten, ursprünglich Ölfässer, herausholen – Karibiksound pur, dazu passend die leichte Südseekleidung. Aber auch bekannte Schlagermelodien und Hits aus den 70er- und 80er-Jahren rissen die Ballbesucher mit.

Die Schalmeien unter Leitung von Bianca Zäh sorgten dann weiter für die gute Stimmung im Saal, bevor Zunftmeister Uwe Vogelgesang die Gäste begrüßte, darunter auch eine Abordnung der Bundeswehr, zu der die Narrenzunft seit Jahrzehnten eine freundschaftliche Beziehung pflegt. Wie die Masken der Narrenzunft Moorochs entstanden sein könnten, zeigte die Brauchtumsgruppe der Zunft in einem netten Bühnenstück. Keine gute Idee hatte demnach der Maskenschnitzer, bevor er sich dazu entschloss, nochmals über die Sache zu schlafen. In der Nacht kamen dann die sieben lustigen Heinzelmännchen aus den Reihen der Jungnarren und schnitzten die Masken fertig. Toll, wie die sieben Kinder in dieser Rolle aufgingen: Die Hobelspäne flogen in alle Richtungen und der Spaß war den kleinen Heinzelmännchen anzusehen. Umso überraschter schien dann der Maskenschnitzer, als er die fertigen Masken der Narrenzunft Moorochs vorfand.

Das Sterntaler-Duo spielte in den Programmpausen zum Tanz auf, was die Besucher auch reichlich nutzten. Ein Vorgeschmack auf das nächste Musical-Dinner bekamen die Gäste mit einem Ausschnitt aus dem Musical „Traumtänzerzeit“ von Michael Wissusek. Die Hauptdarsteller Manuela Küfner-Rueß als schwarze Prinzessin und Chris Stocker als Aron machten jedenfalls mehr als nur Werbung für das Musical.

Wenn sich Raumpflegerinnen in ihrer Pause unterhalten, kann schon allerhand geistreiches Geplänkel dabei herauskommen: Carmen Sanna und Sarina Kapfer verstanden es gekonnt, das Publikum mit einer solchen Szene zu unterhalten.

Atemberaubende Dynamik

Kein Ball ohne Showtanz: Die jungen Damen aus Ummendorf boten zweifelsohne einen Höhepunkt des Balls. Gekleidet im Stil der 1920er-Jahre begeisterten die Tänzerinnen die Ballgäste auf Anhieb. Mit einer perfekten Choreografie und atemberaubender Dynamik zeigten sie eine Tanzformation auf schon fast professionellem Niveau. Klar, dass hier eine Zugabe verlangt und natürlich auch gegeben wurde.

Nach einigen flotten Lieder der zunfteigenen Schalmeien formierten sich alle Akteure zum farbenprächtigen Finale auf der Bühne. Ganz ohne Fasnet ging es dann aber doch nicht: Zumindest die Hymne der Zunft, das Moorochsenlied, musste angestimmt werden. Alles sang und klatschte mit, bevor die Sterntaler dann endgültig die Ballbesucher auf die Tanzfläche brachten.

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